Obersiggenthal

Ziel: Ein klares Signal nach Aarau

Die Veranstaltung der Oase-Gegner lockte viele Besucherinnen und Besucher an

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Die Veranstaltung der Oase-Gegner lockte viele Besucherinnen und Besucher an

Durch den Aufruf an die Bevölkerung zur Beteiligung an der Anhörung zum Verkehrskonzept Oase erhofft sich die Interessengemeinschaft „Oase so nicht“ ein deutliches Zeichen an die Regierung.

Es geht uns nicht um Verhinderung“, betonte Eugen Frunz von der IG OSN, der Interessengemeinschaft „Oase So nicht“, an der Informationsveranstaltung der IG in Obersiggenthal. "Wir können den Verkehr nicht negieren. Wir haben ihn. Und er wird zunehmen. Wir müssen ihn bewältigen. Dazu braucht es ein Konzept – aber eines, bei dem alle gleich behandelt werden."

Und genau das ist nach Meinung der IG OSN – und zweifellos auch eines grossen Teils der Bevölkerung im Siggenthal – mit dem Regionalen Verkehrskonzept OASE, wie es im kantonalen Richtplan festgesetzt werden soll, eben nicht der Fall. Das dürfte auch im grossen Aufmarsch zur Informationsveranstaltung der IG OSN zum Ausdruck gekommen sein. Die Gruppierung erhebt denn auch die Forderung: "Keine Festsetzung im Richtplan für die Zentrumsentlastung Baden ohne Entlastung des Siggenthals."

„Wir müssen und können jetzt im Anhörungsverfahren ein klares Signal geben, dass der Regierungsrat nochmals über die Bücher gehen muss“, so Eugen Frunz. „Wir müssen jetzt aktiv werden und mit allen Mitteln die Festsetzung des Konzepts Oase im Richtplan verhindern.“

Viel Kritik an Oase

Als hauptsächlichste Kritikpunkte am Konzept Oase bezeichnete Hermann Merwar von der IG OSN die Aussagen zum Schwerverkehr aus Richtung Deutschland, zur Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs und zum Velokonzept.

„Das Einzugsgebiet des Schwerverkehrs aus Deutschland wird im Konzept Oase zu klein gefasst“, stellte er fest. Er wies aber auch auf die Ausbauten beim Zoll Waldshut-Koblenz, die geplante neue Rheinbrücke und den Ausbau der deutschen Autobahn A98 hin, sowie auf die Auswirkungen der Schwerverkehrsabgabe. „Lastwagen suchen den kürzesten Weg“, gab er zu bedenken. „Und der führt gemäss GPS durchs Siggenthal.“ Die Konsequenzen daraus seien tägliche Frequenzen von 21'600 Fahrzeugen in Untersiggenthal, von 23'900 Fahrzeugen in Nussbaumen und sogar von 25500 Fahrzeugen im Gebiet Breite in Obersiggenthal. Hermann Merwar: „Weshalb 25500 Fahrzeuge täglich, wenn der Kanton selber sagt, dass 20000 Fahrzeuge nicht mehr siedlungsverträglich sind?“

"Der Glaube fehlt"

„Uns fehlt der Glaube an das Konzept Oase“, so Kurt Gantenbein von der IG OSN. „Und es ist die unfaire Behandlung, die uns aufstösst. Das Siggenthal bekommt mit Oase mehr Verkehr. Neben Unter- und Obersiggenthal gehört auch das Gebiet Kappelerhof zu den Verlierern. Das ist nicht fair.“ Bei den Verkehrsprognosen müsse vom „worst case“ – von täglich gut 30000 Fahrzeugen in Obersiggenthal – ausgegangen werden.
Kurt Gantenbein: „Die Verkehrszahlen sind nicht siedlungsverträglich, und der Kanton hat keine Antwort darauf.“ Er bezeichnete den Massnahmenkatalog zur Reduktion des  Ziel- und Quellverkehrs als ungenügend und zog die prognostizierte Verlagerung auf den Veloverkehr in Zweifel. „Wir sind gebrannte Kinder“, erklärte er mit Blick auf die Versprechen beim Bau der Obersiggenthaler Brücke zur gleichmässigen Verteilung des Verkehrs auf beide Seiten der Limmat. „Die Strategie und die Lösungen von Oase sind nicht zielführend. Wir verlangen deshalb einen Marschhalt und eine Neubeurteilung. Unsere Forderungen sind die Entlastung von Brugg, Baden und des Siggenthals sowie die bessere Anbindung des Unteren Aaretals.“

Beteiligung an der Anhörung

Erreicht werden sollen Marschhalt und Neubeurteilung durch eine möglichst grosse Beteiligung der Bevölkerung am Anhörungsverfahren zum Konzept Oase. Max Läng von der IG OSN stellte das Anhörungsverfahren vor, das noch bis zum 17. Januar läuft. Er wies dabei auch auf gewisse problematische Fragestellungen im offiziellen Fragebogen hin und empfahl: „Lehnen Sie möglichst alles ab.“

Mit dem Aufruf zur Beteiligung an der Anhörung  will es die IG OSN aber nicht bewenden lassen. „Wir werden Strategien entwickeln“ erklärte Eugen Frunz. Denkbar sei eine Petition. Auch andere Massnahmen würden geplant. „Die IG OSN wird jedoch die Türen zum Kanton nicht zuschlagen“, versicherte er. „Die Türen bleiben offen. Wir verlangen aber, dass Massnahmen zur Entlastung des Siggenthals aufgezeigt werden.“

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