Baden
Zu bequem? Innenstadt-Bewohner halten sich nicht an Entsorgungs-Kalender

In der Badener Innenstadt werden die Abfallsäcke an den falschen Tagen deponiert. Der städtische Werkhof hat den Müllsündern den Kampf angesagt.

David Rutschmann
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«Aus Bequemlichkeit», vermutet Werkhofleiter Thomas Stirnemann, würden einige Leute die grauen Abfallsäcke ausserhalb der Abholtage deponieren.

«Aus Bequemlichkeit», vermutet Werkhofleiter Thomas Stirnemann, würden einige Leute die grauen Abfallsäcke ausserhalb der Abholtage deponieren.

Wenn Badens Werkhofleiter Thomas Stirnemann durch die Innenstadt läuft und einen grauen Müllsack erblickt, ärgert er sich: «Das ergibt einfach ein unschönes Stadtbild.» Manche Bürger könnten sich nicht an die Zeiten halten, zu denen der Müll planmässig geholt wird, und stellen ihre Abfallsäcke an den falschen Tagen auf die Gehwege.

Folglich liegen die Müllsäcke oft tagelang herum und stören Anwohner, die sich dann an den Werkhof wenden. «Seit einem halben Jahr machen uns die Leute immer wieder darauf aufmerksam», erzählt Stirnemann und verweist auf die Polizei- und Entsorgungsreglemente. Diese besagen, dass der Abfall «frühestens am Vorabend des Abfuhrtags» bereitgestellt werden darf.

Gerade wenn sich Esswaren in den grauen Müllsäcken befinden, besteht die Gefahr, dass Tiere angelockt werden und sich daran zu schaffen machen. Aufgerissene Müllsäcke wären ein noch grösseres Ärgernis, «glücklicherweise», so Stirnemann, sei dies bei der aktuellen Situation nicht der Fall.

Weshalb es nun wiederholt zu Verstössen kam, kann sich der Werkhofsleiter nicht erklären. «Wir stellen jedes Jahr einen Kalender zur Verfügung, in dem die wöchentlichen Abfuhrtage für jedes Quartier drin stehen. Vermutlich sind die Leute einfach zu bequem.» Das Problem begrenzt sich derweil lediglich auf die Innenstadt. «In den alten Häusern ist kein Platz für Container und auf öffentlichem Grund dürfen diese nicht stehen. Die Bewohner müssen die Abfallsäcke also bis zum Abholtag in der Wohnung behalten, was ihnen nicht passt. Also stellen sie den Müll vorzeitig raus», vermutet er.

Der Werkhofleiter hat den Müllsündern den Kampf angesagt: Die vorzeitig bereitgestellten Abfallsäcke werden in den Werkhof gebracht und dann auf Adressen durchsucht. Wird eine Adresse gefunden, kontaktieren die Mitarbeiter des Werkhofs den Betroffenen und machen ihn auf das Vergehen aufmerksam. Erfolgreich war man damit bis anhin allerdings nicht: «In den Abfallsäcken werden mittlerweile einfach die Adressen ausgeschnitten. Wir müssen also von einer gewissen Mutwilligkeit ausgehen.»

Im Wiederholungsfall greift der Werkhof auf das Recht zurück, Anzeige zu erstatten – seit vergangenem Dezember kam dies zwei Mal vor. Das «Bereitstellen von Abfall zur Unzeit» ist im Ordnungsbussenkatalog mit 50 Franken beziffert, das «widerrechtliche Deponieren von Abfall» gar mit 300 Franken. Hinzu kommen Schreibgebühren von bis zu 200 Franken.

Thomas Stirnemann hofft, dass es in Zukunft zu weniger Verstössen kommen wird. Ordnungsgemäss wird der Abfall in der Badener Innenstadt jeweils freitags abgeholt, an Feiertagen kommt es zu Abweichungen.

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