Der Bau einer Seilbahn vom Bahnhof zum Bäderquartier und dem neuen Botta-Thermalbad wird derzeit heiss diskutiert. Vor allem Stefan Kalt, Präsident der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW), treibt das Projekt voran; er spricht im Zusammenhang mit der Seilbahn von einer hochattraktiven und schweizweit einmaligen Lösung für den öffentlichen Verkehr.

Kalt hofft, dass die Idee von der Politik aufgegriffen wird – doch noch hat sich der Stadtrat nicht mit der Gondelbahn befasst. Dies ist ganz im Sinn der Grünen Partei der Stadt Baden, bei der die Seilbahnpläne wenig Begeisterung auslösen.

«Wir begrüssen zwar jede Idee, die geeignet ist, um die autofreie Mobilität in Baden zu fördern. Doch die zurzeit diskutierte Gondelbahn erfüllt die Kriterien für eine sinnvolle Investition nicht. Für die Erschliessung des Bäderquartiers ist die Idee ungeeignet», lässt die Partei verlauten.

Der Eingriff ins Stadtbild wäre unverhältnismässig gross, die Rentabilität ungewiss, und die enormen Transportkapazitäten einer Gondelbahn würden gar nicht gebraucht. «Durch den geplanten Ausbau des Busangebots werden die Bäder dereinst zudem noch besser durch den öffentlichen Verkehr erschlossen sein.»

Die Baukosten für die Seilbahn werden je nach Linienlänge auf 15 bis 20 Millionen Franken beziffert. Statt in teure und ästhetisch fragwürdige Transport-Infrastrukturen zu investieren, sollte die Stadt Baden die Erschliessung für den Fuss- und Veloverkehr attraktiver machen, lautet die Forderung der Grünen.

Bea Schilling, Badener Grünen-Präsidentin: «Es würde Sinn machen, mit Sponsoren aus der Wirtschaft ein Gratis-Veloverleihsystem aufzubauen. Auf dem kleinräumigen Stadtgebiet sollten das Velo und die eigenen Füsse die bevorzugten Verkehrsmittel sein.» Der Weg vom Bahnhof ins Bäderquartier sei kurz: Die rund 800 Meter liessen sich mit einem zehnminütigen Spaziergang an der frischen Luft zurücklegen.