Eigentlich war vorgesehen, diesen Winter den Umbau der Schulverwaltung und den Rückbau eines der beiden Schulpavillons zu realisieren. Doch wie die Gemeinde nun mitteilt, wurde ein Stopp der Planungs- und Realisierungsarbeiten beschlossen.

Rückblende: An der Einwohnergemeindeversammlung vom 11. November 2013 wurde ein Kredit von knapp 30 Millionen Franken für die Erneuerung und Erweiterung der Schulbauten Neuenhof gesprochen. In einer ersten Phase wurde der Ruptanplatz erneuert und das alte Schulhaus einer umfassenden Renovation unterzogen. Ab Sommer 2015 wurde mit der Realisierung der Erweiterung Schibler und dem Neubau der Aula gestartet. Diese beiden grossen Bauprojekte konnten im Sommer 2017 grösstenteils fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.

Während die Erneuerung des Ruptanplatzes deutlich unter den prognostizierten Kosten abgeschlossen werden konnte, kam die Renovation des Alten Schulhauses sehr viel höher zu stehen. Grund: Die im ursprünglichen Projekt nicht enthaltene Erdbebenertüchtigung musste realisiert werden. «Eine rechtliche Auflage, die zwischen Projektierung und Realisierung in Kraft trat», wie die Gemeinde schreibt.

Aufgrund mehrerer unvorhergesehener Massnahmen – so war etwa auch der Aushub der Aula mit gesondert zu entsorgenden Materialien versetzt – sprach der Gemeinderat im September einen Zusatzkredit in der prognostizierten Höhe von 1,2 Millionen Franken. Dies konnte der Gemeinderat ohne Einbezug der Gemeindeversammlung tun, da der damalige Kreditantrag an die Einwohnergemeindeversammlung mit einer Kostenungenauigkeit von +/-10 Prozent gerechnet wurde. «Der beschlossene Zusatzkredit von 1,2 Millionen Franken entspricht lediglich einer Kreditüberschreitung von rund 4 Prozent und liegt deshalb noch im Rahmen», sagt Gemeindeammann Susanne Voser. Der Beschluss diene vor allem der Transparenz gegenüber der Bevölkerung von Neuenhof.

Neuer Kredit wird vorgelegt

Doch nun habe sich gezeigt, dass auch beim Rückbau des Schulpavillons 1 mit deutlichen Mehrkosten für die sachgerechte Entsorgung von mit Schadstoffen belasteten Gebäudeteilen zu rechnen sei. Konkret: Es ist mit Mehrkosten von gegen 400 000 Franken zu rechnen, was nochmals zu Kreditüberschreitungen führen würde – ursprünglich waren 50 000 Franken für den Rückbau veranschlagt. «Der Gemeinderat hat nach Bekanntwerden dieser zusätzlichen Kosten einen Stopp der Planungs- und Realisierungsarbeiten an den noch nicht realisierten Teilprojekten zum Umbau der Schulverwaltung und Rückbau des Schulpavillons verfügt, um weitere Kostenüberschreitungen zu verhindern», so Voser.

Der Umbau der Schulverwaltung werde in Rahmen eines neuen Projektes zeitnah geplant und den Stimmbürgern in einer separaten Vorlage zur Realisierung empfohlen. Der Rückbau des nicht mehr in Nutzung befindlichen Pavillons werde erst aufgrund einer sorgfältigen Analyse des zweiten Pavillons und des stillgelegten Kindergartens Hard – die ebenfalls rückgebaut werden sollen – angegangen, da diese beiden Bauten ebenfalls in derselben Zeit erbaut wurden und aufgrund einer ersten Analyse mit ähnlichen Schadstoffbelastungen zu rechnen ist.

Susanne Voser betont: «Die in der Zwischenzeit erfolgten Messungen und Untersuchungen haben klar aufgezeigt, dass die reine Nutzung aller drei Objekte keine Gefahren aufweist.» Es dürften jedoch keine Um- oder Renovationsarbeiten vorgenommen werden, da dadurch freigesetzte Schadstoffe nicht unbedenklich sein könnten. «Aber in den beiden Schulpavillons finde ohnehin kein regelmässiger Unterricht mehr statt und auch der Kindergarten Hard ist nicht mehr in Betrieb», sagt Voser.