Wettingen

Zu teuer: Keine Ruhe um den Wettinger Mittagstisch

Die Wettinger SVP will genau wissen, wie die Kosten von 31 Franken pro Kind zustande kommen.

Die Wettinger SVP will genau wissen, wie die Kosten von 31 Franken pro Kind zustande kommen.

31 Franken kostet ein Kind, welches das Angebot des Mittagstischs nutzt. Das sei zu viel, findet die SVP. Der Wettinger Gemeinderat hatte bereits angekündigt, die Kosten anzupacken. Doch die SVP gibt sich noch nicht zufrieden.

Eigentlich hätte nach der letzten Wettinger Einwohnerratssitzung Ende Januar vorerst Ruhe um den Mittagstisch einkehren sollen. SVP und CVP hatten beklagt, dass die Vollkosten von 31 Franken pro Kind für die Mittagsbetreuung zu hoch seien.

Gemeinderätin und Sozialvorsteherin Yvonne Feri versprach daraufhin: «Wir werden auf den Anbieter der Tagesstrukturen, Kidéal AG, zugehen und über die Kostensituation diskutieren.» Das genügt der SVP noch nicht. Sie verlangt Kostentransparenz.

Die Partei will unter Federführung von Einwohnerrätin Michaela Huser gleich mehrere Fragen mittels Vorstoss beantwortet haben. «Uns irritiert, dass die Kosten in Wettingen die vorgeschlagenen 23 Franken des Kantons um satte 8 Franken pro Kind übersteigen», sagt Huser.

Die Einwohnerrätin bezieht sich auf die Empfehlungen der Fachstelle Kinder und Familien, Aargau (K&F). Die Fachstelle hat eine Modellrechnung für einen professionell betreuten Mittagstisch für 17 Kinder erstellt. Die Modellrechnung soll den Gemeinden zur Orientierung dienen.

Im Hinblick auf die Budget-Debatte im Herbst will die SVP Kostenpunkt für Kostenpunkt wissen, wie die 31 Franken zustande kommen. «Wettingen braucht auf jeden Fall ein professionell betreutes Angebot über Mittag», stellt Huser klar. «Doch wir wollen wissen, bei welchen Posten das Problem liegt.»

Sind es die Mieten, die Personalkosten oder nutzen zu wenige Kinder das Angebot, fragt die SVP. «Laut Aufgaben- und Finanzplan wird die Nettoschuld der Gemeinde in den nächsten drei Jahren um 67 Prozent wachsen.» Deshalb müsse man jede Schraube genau anschauen und nötigenfalls anziehen, sagt sie.

Der Gemeinderat soll laut Vorstoss auch aufzeigen, welche Massnahmen geplant sind, um die Vollkosten zu senken, und wie die Eckpunkte des Vertrages mit dem Anbieter Kidéal AG aussehen. Konkret: Welche Kündigungsfrist gilt.

Sollte der Anbieter für die hohen Kosten verantwortlich sein, werde die SVP beim Gemeinderat mit einem weiteren Vorstoss neue Offerten für die Mittagsbetreuung verlangen, sagt Huser. «Es gibt inzwischen einige Anbieter für Kinderbetreuung und diese Marktsituation sollte man nutzen.»

Sollte es im Herbst zu einem weiteren Vorstoss kommen, will die SVP versuchen, eine bürgerliche Allianz mit CVP und FDP zu bilden.

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