Baden

Zu viel Verkehr - Fislisbach will beim neuen Stadtteil Galgenbuck mitreden

Fislisbach (am unteren Bildrand) und Baden-Dättwil wachsen zusammen. Der Stadtteil «Galgenbuck» entsteht links der Mellingerstrasse.

Fislisbach (am unteren Bildrand) und Baden-Dättwil wachsen zusammen. Der Stadtteil «Galgenbuck» entsteht links der Mellingerstrasse.

Über 1500 Menschen bevölkern bald das neue Quartier «Galgenbuck», das neue Siedlungsgebiet im Süden Dättwils – nun äussert Fislisbach seine Bedenken: Die Fislisbacher wollen keinen Stau in ihrem Dorf und fordern eine Umfahrung.

Wenn dereinst die Bagger auffahren, gehen im «Galgenbuck» über 11 Hektaren Ackerland verloren. Daran stören sich nicht viele. Der Grosse Rat hat im September den kantonalen Richtplan mit erdrückender Mehrheit gutgeheissen. Das hat die Einzonung des neuen Siedlungsgebiets im Süden Dättwils ermöglicht.

Jetzt werden aber Stimmen laut, die auf die negativen Aspekte der Grossüberbauung hinweisen. Kürzlich endete das Mitwirkungsverfahren. Die Gemeinde Fislisbach hat eine Eingabe deponiert, bestätigte der Gemeindeammann Silvio Caneri gegenüber dem «Reussbote». Ober- und Niederrohrdorf sowie Mellingen deponierten ebenfalls eine Eingabe.

«Diese Gemeinden sehen die Gefahr, dass der Verkehr auf der Mellingerstrasse in naher Zukunft kollabiert», erklärt Silvio Caneri gegenüber der az. Die Fislisbacher wollen keinen Stau in ihrem Dorf. «Es wäre eine grosse Einbusse für unsere Lebensqualität entlang der Badenerstrasse. Da müssen wir uns schon wehren», so Caneri.

Bereits heute habe Fislisbach mit 17'000 Fahrzeugen pro Tag viel Verkehr zu bewältigen. Diese Zahl wird grösser, weil auch die Rohrdorfer Gemeinden und vor allem Mellingen stark wachsen. «Geografisch hat Fislisbach als Trichtergemeinde eine undankbare Situation», sagt Caneri.

«West-Umfahrung Fislisbach» soll weiter verfolgt werden

Für ihn ist klar: Vor dem Spatenstich am «Galgenbuck» müssen die ersten Massnahmen an der Mellingerstrasse ausgeführt sein. Caneri fordert, dass das Projekt «West-Umfahrung Fislisbach» weiter verfolgt werde, um das Dorf zu entlasten. «Das wäre Gold wert», so Caneri. Er betont, Fislisbach und Baden hätten trotz der Umstände «ein gutes Einvernehmen» miteinander.

Nun will der Kanton mit der Stadt Baden und der Gemeinde Fislisbach zusammensitzen. Caneri begrüsst das. Vielleicht macht dies den Weg dafür frei, die Busspur auf der Mellingerstrasse zu verlängern. Dazu sagt Caneri: «Seit zehn Jahren reden wir davon. Bis jetzt geht es nicht vorwärts.» Die Busse bleiben oft stecken.

Eine gute Erschliessung liege im Interesse der Stadt Baden, sagt Stadtrat Markus Schneider zu den Fislisbacher Umfahrungswünschen. Gemäss Rolf Wegmann, Leiter der Abteilung Entwicklungsplanung der Stadt Baden, werden die Eingaben zurzeit geprüft.

Liegt der Mitwirkungsbericht vor, entscheidet der Stadtrat mit Rücksicht auf den kantonalen Vorprüfungsbericht, wie der Nutzungsplan «Galgenbuck» bereinigt werden soll.

Die Zukunft der Sommerhaldenstrasse ist noch unklar. Fislisbach will, dass sie offen bleibt, da das Dorf sonst mit Mehrverkehr aus Rütihof zu kämpfen hätte. Es gibt nämlich die Idee, die Sommerhaldenstrasse in eine Tempo-30-Zone umzuwandeln.

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