Baden
«Zuerst explodierte sein Kopf – das ist aussergewöhnlich»

Heute ist Aschermittwoch und somit das Ende der närrischen Zeit. Brödlimeister Bernhard Schmid verrät, wieso er noch so frisch istund was den Badener Umzug besonders macht.

Stefanie Suter
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Brödlimeister Bernhard Schmid

Brödlimeister Bernhard Schmid

Herr Schmid, Sie wirken nach knapp einer Woche Fasnacht noch frisch. Was ist Ihr Geheimnis?

Bernhard Schmid: Meine Stimme ist tiefer als sonst (lacht). Es hilft, viel Wasser zu trinken – nicht nur, wenn mal Alkohol trinkt, sondern auch bei wenig Schlaf. Zudem schaffe ich mir «Erholungsinseln»: Den Sonntagabend verbringe ich mit meiner Familie, das gibt Kraft für den Endspurt. Zudem hatte ich am Donnerstagnachmittag und am Freitagmorgen frei – nach der Verbrennung des Füdlibürgers wird es oft etwas später.

Wie verlief die Verbrennung von Hieronymus Füdlibürger?

Es dauerte in diesem Jahr länger als sonst. Aussergewöhnlich war, dass zuerst sein Kopf explodierte – das habe ich noch nie erlebt. Normalerweise explodiert der Füdlibürger von den Füssen aufwärts. Viel Publikum war dabei, das freute mich.

Nebst dem Prozess gegen den Füdlibürger ist der Umzug ein besonders Highlight. Was macht den Charme aus?

Das Besondere am Badener Umzug ist, dass die Gruppen jedes Jahr viele aktuelle und lokale Themen aufnehmen, wie beispielsweise das Lichterlöschen oder das Kafitrink-Verbot für die Werkhof-Mitarbeiter. Die Fasnächtler können sich auch am Sonntag bis kurz vor Umzugsbeginn anmelden – deshalb können sie spontan Themen aufgreifen. Jedes Jahr laufen viele grosse und kleine Gruppen, Einzel- und Paarmasken mit. Manche beziehen die ganze Familie mit ein und basteln gemeinsam ihre Masken. Auch in diesem Jahr sah man, dass sich alle Mühe gegeben und sich bei ihren Sujets viel überlegt hatten.

Zum Gesicht der Badener Fasnacht gehören auch die Schnitzelbänke – wie kamen sie beim Publikum an?

Die Rückmeldungen waren gut, die Zuschauer lachten mit und der Schwung der neuen Gruppen war zu spüren. Die Schnitzelbänkler machten sich oft lustig über Geri Müller – er ist ein dankbares Opfer (lacht). Mit dem Einreiseverbot in Israel oder seinem Doppelmandat bietet er viel Stoff für träfe Verse.

Am Samstagabend waren rund um den Bahnhof nicht viele Fasnächtler zu sehen. Was ist der Grund dafür?

Einerseits konzentriert sich die Fasnacht stark auf die Innenstadt zwischen Cordula- und Schlossbergplatz. Andererseits sind immer weniger sogenannte Wilde auf der Gasse anzutreffen, die von Beiz zu Beiz ziehen und mit ihren Sprüchen die Stimmung aufmischen. Das gedrängte Programm in den Beizen mit den Schnitzelbänken, den Moderationen und dem Essen lassen kaum noch Raum für diese Wilden. Das bedaure ich persönlich. Vereinzelt sind aber schon noch Klamaukgruppen anzutreffen, die auf den Strassen ihre Shows machen.

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