Würenlos

Zuerst Handwerker, dann Kleinunternehmer

Ueli Gnehm erzählt, wie er Jugendlichen in Sambia eine Ausbildung ermöglicht. fabienne eichelberger

Ueli Gnehm erzählt, wie er Jugendlichen in Sambia eine Ausbildung ermöglicht. fabienne eichelberger

Die Drittweltgruppe unterstützt dieses Jahr mit einem Solidaritätsmarsch ein Projekt für Jugendliche in Sambia. Ziel des Projekts ist es, dass junge Menschen ausgebildet werden, dann auf dem Land bleiben und dort ihr gewonnenes Wissen an die nächste Generation weitergeben.

Auf dem Land sei es oft so, dass es für viele Bereiche nur einen Fachmann gibt. Stirbt er, nimmt er sein Wissen mit ins Grab. Dieser Entwicklung will Ueli Gnehm mit einem Ausbildungsprogramm für Jugendliche entgegenwirken.

Zusammen mit seiner Frau Judith engagiert er sich seit rund vier Jahren in Sambia. Die beiden Aargauer sind Fachpersonen der Bethlehem Mission Immensee.

Dieses Jahr erhalten Sie Unterstützung von der Drittweltgruppe Würenlos, die jedes Jahr ein Projekt auswählt, für das am Solidaritätsmarsch im Herbst gesammelt wird.

Junge sollen auf dem Land bleiben

Am Freitagabend hat Gnehm in der alten Kirche erzählt, wie sein Leben und seine Arbeit in Sambia aussehen. In einer Werkstatt in Mpanshya – ein Dorf, das rund zwei Autostunden von Sambias Hauptstadt entfernt liegt – bildet er Jugendliche zu Schreinern aus. «Unser Ziel ist es, die jungen Leute auf dem Land zu behalten. Wir wollen dazu beitragen, dass auch dort eine Entwicklung stattfindet», sagt Gnehm.

Die Werkstatt konnte der Schreinermeister von seinem Vorgänger bei der Bethlehem Mission übernehmen. «Vieles war noch nicht funktionstüchtig», sagt Gnehm. Zwei Einheimische haben ihn dabei unterstützt, die Werkstatt auf Vordermann zu bringen. Sie helfen ihm auch, jährlich zehn jungen Sambiern das Schreiner-Handwerk beizubringen.

Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe

Mittlerweile hat Gnehm das Projekt weiterentwickelt. Haben die Jugendlichen ihre Lehre beendet, stehen ihnen nun auch Fortbildungskurse zur Verfügung. Im Outback Workshop werden sie zu Kleinunternehmern ausgebildet, damit sie künftig ein eigenes Geschäft aufbauen können. «Sie lernen, wie man eine Buchhaltung führt und Aufträge generiert», sagt Gnehm. Zudem können die Lehrlinge später selber zu Lehrmeistern werden und ihr Wissen weitergeben. Vor Kurzem ist zur Holz- auch eine Metall-Werkstatt dazu gekommen, wo zwei Lehrlinge beschäftigt werden. Die Metall-Werkstatt führt vor allem Reparaturen aus. Zur Freude der Dorfbewohner: «Von der Stossschubkarre bis zum Ochsenwagen bringen sie uns einfach alles», erzählt Gnehm. Als Nächstes möchte er einen Ausbildungsgang «Bauen» anbieten.

«Uns ist wichtig, dass Ueli Gnehm auch Lehrer ausbildet, die das Wissen weiter geben können», sagt Karl Wiederkehr von der Drittweltgruppe Würenlos. Wenn sie ein unterstützenswertes Projekt auswählen, ist es ein wesentliches Kriterium, dass die Leute nicht von der fremden Hilfe abhängig bleiben. Wiederkehr ist überzeugt: «Was Ueli Gnehm in Sambia macht, ist Hilfe zur Selbsthilfe.»

Solidaritätsmarsch «Handwerkerausbildung in Sambia», 7. September 2013

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