Aus Funk und Fernsehen populäre Künstler aus Deutschland – das sind für Löhmann die Zugpferde für ein volles Haus. Tobi van Deisner, der aus «Das Supertalent» bekannte Ballonkünstler, gehört in diese Kategorie. Ballonkünstler – klingt nach schnell verknoteten Gummiteilen bei einem Kindergeburtstag.

Nicht aber beim 36-jährigen Bayer, der schon Dieter Bohlen sprachlos machte und der sein Badener Publikum von Anfang an im Griff hatte. Die Stimmung war so famos, dass van Deisner mit Leichtigkeit in den vorderen Reihen Freiwillige fand, die auch kein Problem damit hatten, sich zum Affen, oder besser gesagt, zum Reh zu machen. Höchstpersönlich und ohne Assistenz führte er dann im zweiten Teil des Abends die Nummer auf, die ihn in der RTL-Talentshow immerhin bis ins Halbfinale brachte: als pinker Ganzkörperballon, der nach wildem Herumhüpfen – nach einem Strauss an Formen und Figuren – mit einem Knall den Künstler wieder freigab.

Markus Krebs hätte mit der Nummer wohl Probleme gehabt. Ist er doch ein Comedian, auf dessen T-Shirt steht: «Der Mann hinter dem Bauch». Schon als die Bühnenarbeiter Hocker, Stehtisch und Standmikro aufstellten, wusste der Zuschauer: Jetzt kommt der, für den das D an der Toilettentür für Deutsche und das H für Holländer steht. Der, der durch eine eher sparsame Mimik auffällt, ein Mann der ehrlichen, aber leisen Töne. Marek Fis aber ist einer, der sich mit slawischem Temperament auch einmal echauffieren kann, über die Niveaulosigkeit des Fernsehens zum Beispiel, auch wenn er ihm seine Popularität verdankt. Fis spielt gerne mit den polnischen Klischees – Wodka, Schwarzmarkt, Autoklau. Und hatte die Lacher damit auf seiner Seite.

Auch Löhmann gelang das mühelos – mit Betrachtungen über den richtigen Tee beim dritten Date und übers Älterwerden mit Nasenhaarschneider. So wurden mit Worten und kleinen Zaubertricks die Pausen zwischen den Künstlern überbrückt. Vielleicht blieben diese klein und unspektakulär, um nicht Timo Marc die Show zu stehlen – dem Meister der Illusion, der am Abend auch schon mal den Kopf verlor, magischen Bildschirmen ein verblüffendes Eigenleben entlockte und das Badener Publikum zu stehendem Beifall hinriss.

So ging nach mehr als drei Stunden ein Showprogramm zu Ende, dessen Mischung stimmte: Comedy, Zauberei und mit Jongleur Alex S auch Akrobatik – das 20. Magic Comedy Festival Schweiz im Kurtheater 2017 kann kommen. Wer mitmacht, steht auch schon fest.