Obersiggenthal

Zukunft des Gebiets Loo löst Diskussionen aus - Nun soll weiter eingezont werden

Loo

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Im kantonalen Richtplan soll es Anpassungen geben: Doch die Einzonung im Gebiet Loo ist umstritten. Das Bauland auf dem Gebiet ist bereits zu über 90 Prozent überbaut.

Obersiggenthal ist Teil des urbanen Raums und Kerngebiet der Agglomeration Baden und liegt im «Sog» der Grossagglomeration Zürich, schreibt der Kanton im Entwurf zur Anpassung des Richtplans.

Weiter steht, dass das Bevölkerungswachstum im Raum Baden in den urbanen Räumen und der Agglomeration erfolgen soll, in erster Linie durch Innenverdichtung, Umstrukturierung und hochwertige Verdichtung an gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Lagen.

Diese auch vom Planungsverband Baden Regio festgelegten Grundsätze erfülle die Zonenplanung von Obersiggenthal in hohem Masse, lobt der Kanton.

Das Bauland ist knapp

Doch in Obersiggenthal ist das Bauland knapp. «Der Kanton prognostizierte ein Bevölkerungswachstum in Obersiggenthal innerhalb von 15 Jahren um 2000 Einwohner», sagt Thomas Brian, Leiter der Bauverwaltung Obersiggenthal.

Das Bauland ist zu 92 Prozent überbaut. Die bestehenden Nutzungsreserven können den Baulandbedarf bis 2025 trotz Anstrengungen zur inneren Verdichtung nicht decken.

Mit Umzonungen und Massnahmen zur Siedlungsentwicklung im Innern und den geplanten Neueinzonungen im Rahmen der laufenden Revision der Nutzungsplanung (siehe Box) kann die Einwohnerkapazität zwar leicht erhöht werden. Sie liegt aber immer noch unter der Prognose des Kantons.

Auf Antrag der Gemeinde ist eine Anpassung des Richtplanes notwendig, die vom Grossen Rat des Kantons Aargau genehmigt werden muss. Die Gemeinde will neu zwei Gebiete einzonen.

Dazu gehört die Einzonung der Fruchtfolgefläche im Gebiet Loo in Nussbaumen. In der künftigen Wohnzone W2 sollen verdichtete Einfamilienhausformen und kleinere Wohnbauten entstehen.

Abklärungen zur Geruchsbelastung durch den benachbarten Grossviehmastbetrieb sind im Gange. In Kirchdorf soll das Gebiet Ried/Kirchweg ebenfalls in die Wohnzone W2 eingezont werden – mit Gestaltungspflicht.

«Die Einzonung der beiden Gebiete ist marginal im Verhältnis zum rechtskräftigen Baugebiet in der kommunalen Nutzungsordnung», sagt Brian. «Unser Hauptziel ist die innere Verdichtung.» Diese soll durch eine höhere Bauweise – je nach Zone bis zu fünf Stockwerke – erreicht werden.

«Mit Wettbewerben und einem Gestaltungsplan will die Gemeinde die Qualität der Bauten erhöhen», sagt Brian. Die Vorschriften im Gestaltungsplan sollen dafür sorgen, dass das Dorf auch künftig eine Einheit bildet.

Widerstand gegen Einzonungen

Bei den kantonalen Parteien regt sich Widerstand gegen die geplanten Einzonungen. In ihrer Stellungnahme schreiben die Grünen Aargau, dass sie gegen sämtliche Erweiterungen des Siedlungsgebiets sind, wenn es nicht zu entsprechenden Auszonungen von Fruchtfolgeflächen komme, welche den Verlust kompensieren würden.

Sie lehnen die Einzonung Ried/Kirchweg ab, da damit die kantonale Radroute von Baden nach Untersiggenthal in ihrer Qualität massiv beeinträchtigt würde. Die Einzonung Loo lehnen sie ebenfalls ab.

Damit sind die Grünen nicht allein: Auch die Kantonalparteien der EVP und der SVP lehnen die Einzonung Loo ab.

Letztere begründet ihre Haltung damit, dass die Einzonungsfläche Loo im Naherholungsgebiet liege und mit der Einzonung der Verdichtung in keiner Art und Weise Rechnung getragen würde. Die SVP fordert dafür eine zusätzliche Einzonung für Gewerbe.

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