Das Arwo, die Stiftung für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung (Arbeiten und wohnen), feiert den 40. Geburtstag. In den 40 Jahren ist der bei der Gründung 30 Personen umfassende Betrieb auf rund 500 Mitarbeiter angewachsen. Am Tag der offenen Tür am 26. April geben Mitarbeiter und Bewohner Einblick in ihre Werkstätten und ins Wohnheim.

Mit rund 270 Arbeits- und Ausbildungsplätzen für Menschen mit einer Behinderung sowie 220 Mitarbeiter in der Betreuung ist das Arwo der grösste Arbeitgeber von Wettingen. Und auch im 40. Unternehmensjahr geht der Ausbau weiter.

So ist im Büntquartier ein Gebäude mit 36 Wohnplätzen geplant. Zurzeit läuft der Projektwettbewerb, die Ergebnisse sollen in der zweiten Jahreshälfte bekannt gemacht werden. «Wir hoffen, das neue Haus im Herbst 2017 beziehen zu können», sagt Roland Meier, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Im Gebäude soll auch eine grosse Küche eingebaut werden.

Diejenige im Wohnheim, ausgelegt für 150 Mittagessen, ist längst an der Kapazitätsgrenze angelangt. In ihr werden pro Tag rund 350 Mittagessen zubereitet. Rund 150 davon gehen an die Mittagstische der Wettinger Schulen. Finanziert wird das Arwo durch den Produkteverkauf und den Leistungen des Kantons für die Menschen mit Behinderung.

«Wir hatten gemischte Gefühle», erinnert sich Martin Finschi an den 4. November 1974 zurück. An diesem Herbsttag nahm er als Geschäftsführer zusammen mit zwei Mitarbeitern und 11 Menschen mit Behinderung die Arbeit im neuen Arbeitszentrum Wettingen (AZW) auf.

«Wir fragten uns, was wohl auf uns zukommen werde.» Es war einiges, wie der mittlerweile pensionierte Wettinger im Rückblick weiss. Aus den ursprünglich geplanten 2 Jahren Aufbauphase wurden 10, die Nachfrage war so gross.

Das Bedürfnis an Ausbildungs- Abklärungs-, und Arbeitsplätzen für Menschen mit einer Behinderung war gross. Sie mit Anfragen richtiggehend überschwemmt. «Wir erhielten in den ersten 10 Jahren insgesamt 495 Anfragen und Anmeldungen für Aufnahmen.»

«Eine tolle Entwicklung von Tag eins bis heute»: Arwo-Geschäftsleiter Roland Meier über Das 40-Jahr-Jubiläum

«Eine tolle Entwicklung von Tag eins bis heute»: Arwo-Geschäftsleiter Roland Meier über Das 40-Jahr-Jubiläum

Heute beschäftigt die Stiftung für Menschen mit einer Behinderung 220 Mitarbeiter und bietet über 270 Menschen einen geschützten Arbeits- oder Ausbildungsplatz sowie 115 Wohnplätze an. Ausruhen will sich der jetzige Geschäftsleiter Roland Meier aber keinesfalls. Der 50-Jährige hat Anfang Oktober 2013 die Führung des Sozialunternehmens übernommen, nachdem sein Vorgänger Alfred Isch überraschend starb.

Das Behindertenwesen sei beim Thema Älterwerden herausgefordert stellt Meier fest: «Auch Menschen mit Behinderung werden immer älter, leiden unter Demenz und Altersgebrechen. Im Moment gibt es in der Schweiz jedoch kaum geeignete Wohnformen und zu wenig Plätze, wo sie ihre Pension, ihren Lebensabend verbringen können.»

Schliesslich will man als eine der grossen Institutionen im Behindertenwesen des Kantons auch in Zukunft mitreden und dazu beitragen, dass Berührungsängste abgebaut werden. Aus diesem Grund lädt das Arwo in seinem Geburtstagsjahr am 26. April zum Tag der offenen Tür ein. Die Öffentlichkeit soll sich ein Bild davon machen, wie die einst aus einem guten Dutzend Menschen bestehende geschützte Werkstatt gewachsen ist.

Tag der offenen Tür, Samstag, 26. April. 9 bis 15 Uhr.