Es war eine Reise zurück ins Mittelalter, die 30 Interessierte am Samstag mit Stadtführerin Silvia Hochstrasser machten. Zurück in jene Zeiten, in denen das durchschnittliche Todesalter bei 35 Jahren lag, in denen Kälte, Hunger und Krankheiten das Volk im eisernen Griff der Angst umklammerten.

Das Volk lebte und litt unter dem starren und mächtigen Klerus. Gebildet war ausser den Obrigkeiten niemand und so glaubte man, was man von Kirche und dem Herrn Schultheiss hörte. Krankheiten durften nicht geheilt werden, denn das hiesse, ins Werke Gottes zu pfuschen. Der schwarze Tod – die Pest – versetzte die Menschen in Angst und Schrecken. «Was macht man also, wenn das Volk erzürnt ist und fehlende Ernte, Hunger und Krankheit beklagt? Ist es nicht einfacher, jemand anderen als Sündenbock zu finden, jemanden anderen als sich selbst?», fragte Silvia Hochstrasser in die Runde.

Hand in Hand mit der Inquisition und dann im 30-jährigen Krieg fing man verstärkt an, Hexen zu verfolgen. Häufig Frauen, meist randständig, die vielleicht mehr wussten, als sie sollten, die zu heilen versuchten, was doch eigentlich verboten war. Gerade in Baden sind zahlreiche Geständnisse von Hexen handschriftlich festgehalten. Sie berichten von Frauen, die sich mit dem Teufel eingelassen haben und mit ihrer Magie anderen Krankheit und Unheil beschert haben sollen. Solche Geständnisse geschahen auf Druck unmenschlicher Folterinstrumente, die sich lange im Landvogteischloss befanden. Die Hexen wurden geköpft und anschliessend verbrannt, da man im Glauben war, nur so könne die Seele restlos zerstört werden.

Silvia Hochstrasser erklärte auf mitreissende Weise von diesen vergangenen Zeiten, erzählte von den Hexen und führte zum ehemaligen Scheiterhaufenplatz, zu denkwürdige Häuserfassaden und einstigen Folterkammern.

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