Neunundzwanzig Jahre lang waren sie unzertrennlich. Jedes Projekt wurde gemeinsam entwickelt, diskutiert und ausgeführt. Jetzt aber ist es mit der trauten Zweisamkeit vorbei: Die Brüder Bruno und Paul Käufeler vom Wettinger Familienunternehmen Käufeler AG gehen seit Anfang Monat getrennte Wege.

«Wir sind im Guten auseinander», betont Bruno Käufeler. «Es gab keinen Zank und keine finanziellen Probleme.» Dennoch wird die Firma in Zukunft von Bruno Käufeler alleine geführt, während Paul sich ganz den Käufeler Immobilien widmen wird.

Weshalb? «Ausschlaggebend waren wohl die familiären Verhältnisse», erklärt Paul Käufeler. Er und sein Bruder haben je vier Kinder. Dass das Familienunternehmen in der nächsten Generation allerdings nicht von acht Personen geleitet werden könne, liege auf der Hand.

Zwei von Bruno Käufelers Söhnen arbeiten seit Kurzem bereits in der Firma. «Deshalb fiel uns die Entscheidung leicht», so die Brüder.

Über ein Jahrhundert Käufeler

Bruno und Paul Käufeler führen die Käufeler AG bereits in dritter Generation. Übernommen hatten sie die Firma im Jahr 1990 von ihrem Vater Eugen Käufeler. Gemeinsam hatten die Brüder in den darauffolgenden Jahren die Zweitfirma Käufeler Immobilien aufgebaut.

Nebenbei bereicherten sie Wettingen zum 100-Jahr-Jubiläum ihres Unternehmens mit einem neuen Wahrzeichen – dem «Duschkreisel» an der Zentralstrasse. «Darauf sind wir immer noch sehr stolz», sagt Bruno Käufeler und seine braunen Augen funkeln vor Begeisterung.

Bruder Paul fügt hinzu: «Wir waren nicht immer gleicher Meinung in all diesen Jahren, auch bei der Gestaltung der 100-Jahr-Feier samt des Kreisels nicht. Aber heute bin ich gottenfroh, haben wir das gemeinsam geschaffen.» Der Kreisel wurde so quasi zum Symbol der Partnerschaft der Brüder Käufeler.

Feier mit Belegschaft

Um den Abgang von Paul Käufeler zu feiern, hatten die Brüder am Freitag die gesamte Belegschaft samt Pensionären ans «Wettiger Fäscht» eingeladen. «In all diesen Jahren sind bei uns nie die Späne geflogen», adaptierte Bruno Käufeler ein bekanntes Sprichwort.

«Das wollen wir jetzt ändern.» Symbolisch wurde deshalb eine Holzskulptur mit Figürchen von Bruno und Paul unter Applaus der Belegschaft in zwei Teile gesägt. Auch Gemeindeammann Markus Dieth war zugegen und dankte den Brüdern Käufeler für Ihren langjährigen Einsatz.

«Die Käufeler AG ist ein Vorzeigeunternehmen in Wettingen», lobte er die Firma. Besonders schätze er, dass keine Arbeitsplätze gestrichen werden. Darauf hatten beide Brüder Wert gelegt. Und auch nach der Trennung liegt Paul Käufeler das Unternehmen am Herzen: «Mein Wunsch ist es, dass es der Firma in Zukunft immer gut geht.»