Ennetbaden
Zum Gedenken an Kurt Küffer – wie er die Politik der Kernenergie prägte

Prägende Spuren hinterlässt Kurt Küffer als Elektroingenieur, Politiker, im Militär und als Familienmensch. Bis zu seinem Tod vor den Sommerferien, blieb er Verfechter der Kernenergie und plädierte für eine Umkehr in der Energiepolitik.

Roman Huber
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Kurt Küffer galt als Verfechter der Kernenergie.

Kurt Küffer galt als Verfechter der Kernenergie.

So stellte Küffer sich hinter das Manifest des Vereins zur Unterstützung der Kernenergie – als dessen Ehrenmitglied. Die Kernenergie hatte über 30 Jahre lang sein Leben geprägt, während er als Führungskraft die Energiepolitik mitgestaltete.

1932 wurde Küffer in Thun geboren. Als Hauptmann der Kadetten bewies er bereits Führungsqualitäten bis später als Oberst im Militär. Von grosser Statur war er prädestiniert für Handball und Zehnkampf, erst beim TV Thun, später als Handballtrainer beim STV Baden.

Der wichtigste Mann

Statt zu doktorieren, zog es Küffer nach dem ETH-Studium zur Trasitron in die USA. Dort lernte er an einem USA-Schweizer-Anlass seine Frau Beatrix kennen, die er 1961 heiratete. Küffer schloss dort ein Abendstudium in Nukleartechnik ab.

Die junge Familie zog wegen der Kuba-Krise dann in die Schweiz, wo Küffer seine Berufskarriere bei der NOK, später Axpo, begann. 1966 ging es erneut in die USA, wo er im Auftrag der NOK zusammen mit Westinghouse das erste Kernkraftwerk der Schweiz plante. Mit dem Baustart kehrte die Familie zurück in die Schweiz nach Ennetbaden.

Nach vier Jahren Bauzeit übernahm Kurt Küffer die Betriebsleitung von Beznau 1 und 2. Als NOK-Direktionsmitglied wurde er später zum wichtigsten Mann in der Sparte Kernenergie. Er präsidierte den Verein Schweizerischer Elektrizitätswerke und stand dem Zwilag in Würenlingen vor.

Polizeischutz für Küffer und Familie

Küffer war in den 70er- und 80er- Jahren für die FDP im Gemeinderat von Ennetbaden und von 1981 bis 1989 im Grossen Rat.

Als Mitglied der Energiekommission und vernetzter Lobbyist wurde er zum Feindbild der Atomkraftgegner. Auftritte am Fernsehen und in anderen Medien machten ihn zur Zielscheibe unschöner Attacken. Der Kernenergie-Exponent bekam für sich und die fünfköpfige Familie eine Zeit lang sogar Polizeischutz.

Auch Küffer war froh, dass die Diskussionen in der Folge ruhiger verliefen. Er plädierte auch für einen gemässigten Energieverbrauch und mehr Anreize zum Sparen.

Liebe zum Bäderquartier

In seiner Wohnheimat galt seine Liebe dem Bäderquartier. Da engagierte er sich auch für die Gesellschaft. Während 14 Jahren war er Stiftungsratspräsident der Reha-Klinik Freihof. Beim Bäderfest 1985 war er massgebender Organisator.

Mit 66 Jahren ging Kurt Küffer im Jahr 1998 in den Ruhestand. Endlich konnte er sich vermehrt seinen Hobbys und der Familie widmen. Ob Reisen, Fotografieren, Kochen, Jassen, Segeln auf dem Thunersee, Skifahren – seine Tage waren erfüllt. Über seine Begleiter iMac und iPad kommunizierte er mit der Welt, besuchte die Familien seiner drei Söhne und seine Enkelkinder und erneuerte alte Kontakte.

Kurt Küffer durfte es sich gut gehen lassen und blieb bis zuletzt aktiv. Sein Bürostuhl war einer seiner Lieblingsplätze. Dort ist er vor den Sommerferien im 84. Altersjahr friedlich eingeschlafen.