Baden
Zürcher Casino-Poker: Baden hofft auf Bundesrat

Ausgebadet im Glück? Nach dem Dämpfer vom Wochenende schöpft man beim Grand Casino wieder frische Hoffnungen. In die Kritik geraten ist inzwischen der Hauptkonkurrent der Badener.

Roman Huber
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Detlef Brose ist gespannt auf den Bundesratsentscheid. Wal

Detlef Brose ist gespannt auf den Bundesratsentscheid. Wal

Limmattaler Zeitung

Beim Grand Casino herrscht wieder Gelassenheit, gemischt mit gespannter Erwartung. Der Schock über die Empfehlung der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), der Konkurrenz die Zürcher Casino-Konzession zu erteilen, ist verdaut.

Swiss Casinos steht in der Kritik

In die Kritik geraten ist inzwischen der Hauptkonkurrent der Badener. So wurde publik, dass das Bundesgericht letzten Monat die Swiss Casinos mit 400000 Franken gebüsst hat, weil die Sozialkonzept-Vorschriften nicht eingehalten worden seien. Ausserdem falle gemäss einer Änderung des Projekts von Swiss Casinos das Parterregeschoss im Haus Ober weg, was den Spielertrag gegenüber Baden nochmals schmälern würde.

Detlef Brose vermutet hinter der ESBK-Empfehlung politische Motive. So habe Swiss Casinos versprochen, dass sie Zürich Tourismus jährlich mit 1,3 bis 1,6 Millionen Franken unterstützen würde. Hans Ulrich Rihs, Hauptaktionär, Multimillionär und Mitbegründer des Hörgeräte-Herstellers Sonova, will zudem seinen Sitz von Appenzell nach Zürich verlegen.

Detlef Brose, Geschäftsführer des Grand Casino Baden vertraut darauf, dass der Bundesrat die Empfehlung kritisch hinterfragen werde. Der Bundesrat hat bei der Bekanntgabe im März 2010, zwei weitere CasinoKonzessionen zu vergeben, die volkswirtschaftlichen Vorteile hervorgehoben: also mehr Bundessteuern sowie mehr Geld für die AHV.

100 Millionen in 10 Jahren

Über eine Konzessionsperiode von 10 Jahren hinweg brächte dem Bund eine Vergabe an Baden über 100 Mio. Franken Mehreinnahmen. Es könne ja nicht sein, dass sich der Bundesrat für ein Projekt entscheide, das in den zentralen Kriterien schwächer sei. Dass der Entscheid im Bundesrat noch nicht gefallen ist, wertet man in Baden als positives Signal. Laut Medienberichten soll die ESBK ihre Empfehlung bereits vor einem Monat abgegeben haben.

Doch in Baden bangt man auch

Erhält das Grand Casino die Zürcher Konzession nicht, rechnet man zusätzlich mit einer jährlichen Ertragseinbusse von 35 Mio. Franken. Zudem hat man bereits 7 Mio. Franken ins Zürcher Casino Royal investiert. Auch die Stadt Baden, Mehrheitsaktionärin der Stadtcasino AG, würde getroffen. Sie müsste mit einem Rückgang bei den Steuer- und Dividendeneinnahmen rechnen.