Baden
Zurich International School: Bisher gibt es keine Spur von Untermietern

Seit dem Auszug der Zurich International School steht der Campus in Baden leer. «Schade, dass mitten in der Stadt Schulraum oder Geschäftsflächen leer stehen», sagt Stadträtin Ruth Müri, verantwortlich für die Ressorts Bildung und Standortmarketing.

Carla Stampfli (Text und Foto)
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Die Zukunft des Campus am Lindenplatz sieht zurzeit alles andere als blumig aus: Fünf Etagen stehen leer.

Die Zukunft des Campus am Lindenplatz sieht zurzeit alles andere als blumig aus: Fünf Etagen stehen leer.

Carla Stampfli

Die Rollläden des Gebäudes am Lindenplatz sind heruntergelassen. Immer noch. Seit die Zurich International School (ZIS) Ende Juni den Standort Baden wegen sinkender Schülerzahlen aufgegeben hat, steht der Campus leer.

Nur die beiden obersten Geschosse des siebenstöckigen Gebäudes sind belegt: Mit Mietwohnungen und Räumen der Wirtschaftsschule KV Baden.

«Es ist tatsächlich so, dass wir noch keine Untermieter haben finden können», sagt Urte Sabelus, Medienverantwortliche der ZIS. Die Suche laufe aber nach wie vor, fügt sie an.

Zur Erinnerung: Weil die Schule den Betrieb vorzeitig abgebrochen hat, muss die ZIS noch bis Ende Juni 2018 für den Mietzins der fünf vormals genutzten Stockwerke geradestehen.

Dabei handelt es sich um 24 Unterrichtszimmer, eine Mensa mit Küche, eine Aula und verschiedene Büroräume. Die Etagenfläche beträgt knapp 580 Quadratmeter, der Anlagewert rund 30 Millionen Franken.

Schule nimmt Risiko auf sich

Die Zurich International School bezahlt Miete für leerestehende Räume an einer Toplage in Baden, wie geht das? Es mag komisch klingen, sagt die ZIS-Sprecherin.

Doch: «Es war günstiger, die Schule zu schliessen und den Betrieb in die vier anderen Standorte zu integrieren.» Auch wenn das Risiko vorhanden sei, keine Nachmieter zu finden, verliere die ZIS weniger Geld, als wenn der Unterricht am Lindenplatz weitergeführt worden wäre, klärt Urte Sabelus auf.

Die rund 120 Schüler, die sich entschieden haben, die ZIS weiterhin zu besuchen, werden nun mit einem Shuttlebus von Baden zu den Campus nach Adliswil, Kilchberg oder Wädenswil gebracht.

Für Privatschule konzipiert

Dass noch keine Untermieter gefundne wurden, beschäftigt nicht nur die Schule: «Es ist schade, dass mitten in der Stadt Schulraum oder Geschäftsflächen leer stehen», sagt Stadträtin Ruth Müri, die den Ressorts Bildung und Standortmarketing vorsteht.

Nach dem Auszug der ZIS habe man zwar intensiv nach einer Nachfolgelösung gesucht. Eine Lösung mit potenziellen Nachmietern, etwa der Swiss international School, sei aber leider nicht zustande gekommen.

Auch für die Volksschule ist das Schulhaus keine Option: «Die Räumlichkeiten sind für eine Privatschule mit kleinen Klassen konzipiert.» Die Schulzimmer sind für die Volksschule zu klein, Gänge und Treppenhäuser grosszügig angelegt. Das Standortmarketing weise hingegen Firmen, die am Standort Baden interessiert sind, auf die leerstehenden Flächen am Lindenplatz hin.

Die Frage nach einer internationalen Schule ist aber noch nicht vom Tisch: «Wir sind weiterhin interessiert, dass in Baden fremdsprachig unterrichtet wird», sagt Ruth Müri. Insbesondere wird die Stadt nun beobachten, was mit Alstom nach der Übernahme durch General Electric passiert. Dann gelte es, die Bedürfnisse der GE betreffend einer internationalen Schule am Standort Baden abzuklären.