Interview
Zürich stimmt für Velo und gegen Wohnungsnot – geht Baden in dieselbe Richtung?

Zürich sagt Ja zur Veloinitiative und zur städtischen Wohnsiedlung im Seefeld. Das müsste Badens Stadtrat beflügeln. Geri Müller nimmt im Interview Stellung.

Roman Huber
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Stadtammann Geri Müller: «Die Wohnbaustiftung wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2015 einen Projektwettbewerb für das Brisgi lancieren.» Archiv

Stadtammann Geri Müller: «Die Wohnbaustiftung wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2015 einen Projektwettbewerb für das Brisgi lancieren.» Archiv

Chris Iseli

In Zürich sind am vergangenen Wochenende zwei Abstimmungen über die Bühne gegangen, die auch für Baden interessant sein dürften: Knapp wurde eine Veloinitiative angenommen, mit Zwei-Drittels-Mehrheit die städtische Wohnsiedlung im Seefeld. Baden plagt sich seit Jahren mit ähnlichen Problemen, wenn auch in kleineren Dimensionen. Stadtammann Geri Müller nimmt zu Fragen Stellung:

Die Badener Veloprojekte haben Verspätung. War das nicht zu vermeiden?

Geri Müller: Beim Radweg wurde eine zweite Submission nötig, weil Offerten zu hoch waren. Das Projekt musste optimiert werden, was zu Verzögerungen führt. Das Projekt Velostation geht in die Bauphase und soll dieses Jahr eröffnet werden.

In Baden hapert es bei der Umsetzung des Velokonzepts. Warum?

Velokonzepte sind längerfristige Planungsstrategien. Bei Bauvorhaben werden sie jeweils eingebracht. Das funktioniert gut.

In der Innenstadt mangelt es aber ab Veloabstellplätzen.

Derzeit wird die Ergänzung ungedeckter Veloabstellplätze in der Altstadt und der Innenstadt geprüft, um den Bedarf zu ermitteln.

Zum Wohnungsbau. In der Altstadt gab es mehrere Handwechsel. Resultat: Höhere Mietzinse. Was tut die Stadt?

Unser Handlungsspielraum ist beschränkt, am meisten Einfluss haben wir dort, wo wir selber Wohnraum erstellen. Denn für eigene Standorte haben wir klare Vergabekriterien. Im bestehenden Wohnungsbestand haben wir moderate Preise im Verhältnis zum Markt. Dazu ist ein Postulat von Martin Groves eingegangen. Der Stadtrat wird voraussichtlich Anfang 2016 dem Einwohnerrat einen Bericht vorlegen. Zudem überprüft die Abteilung Liegenschaften regelmässig Angebote darauf, ob sie für preisgünstigen Wohnraum tauglich sind. Diese Praxis wird weitergeführt.

Wo steht die Wohnbaustiftung Baden?

Sie wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2015 einen Projektwettbewerb für das Areal Brisgi lancieren.

Wie sieht es im künftigen Wohngebiet Galgenbuck in Dättwil aus?

In der Wohnbaustrategie 2010 steht: «Zur Förderung von familiengerechtem Wohnraum soll der Zins von Baurechten auf Parzellen der Einwohnergemeinde im Brisgi und Galgenbuck zusätzlich zur bestehenden Reduktion (0,5%) um weitere 0,5% gesenkt werden.» Dies, sofern der Grundsatz der Kostenmiete, der Mindestanteil an grossen Wohnungen für Familien, die Mindestbelegung erfüllt sind. Die Bedingungen werden vom Stadtrat im Rahmen des Baurechtsvertrages präzisiert.