Auf gut 80 Seiten erfahren die Mellinger in ihrer Städtlichronik, was 2013 an kulturellen, sportlichen und politischen Anlässen über die Bühne gegangen ist. Angefangen vom Neujahrsapéro, bei dem die Neupositionierung der Mellinger Kulturorganisationen thematisiert wurde, über die Extrafahrt in den Ruhestand von Gemeindeschreiber Ernst Pelloli bis hin zum Besuch von Didier Burkhalter und Alain Berset. Die Bundesräte reisten am 17. Oktober auf Einladung der eidgenössischen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats ins Reussstädtchen. Auch Ernteerträge werden unter die Lupe genommen. So durfte die Familie Rimpf in ihrem Schrebergarten gut zwei Kilo Bohnen ernten, die Firma Frigemo AG hingegen verarbeitete 2300 Tonnen.

Finanziert wird die Chronik unter anderem von privaten Spendern. Etwa von Ständerätin Christine Egerszegi. Warum unterstützt sie dieses Projekt? «Die Chronik ist eines meiner ‹Kinder› als erste Stadträtin von Mellingen. Ich hatte das Ressort Kultur und wollte – wie es manch andere Gemeinde auch hatte – einen abwechslungsreichen Überblick über das vergangene Jahr zusammenstellen», sagt Egerszegi.

Nachdem ihr der Stadtrat grünes Licht gegeben hatte, fand sie in der Kulturkommission mit Otto Müller, Heidi Köfer, Yolanda Zehnder und Dölf Nüssli grosse Unterstützung. Die erste Ausgabe erschien über das Jubiläumsjahr 1991: 700 Jahre Eidgenossenschaft, Einweihung des Spörri-Brunnens, Jugendfest und Tag der Begegnung aller Ortsbürger von Mellingen. «Ich freue mich, dass sich die Städtlichronik über all diese Zeiten erhalten hat, finde auch die Modernisierung gelungen. Die neuste Ausgabe ist so gut aufgemacht, mit vielfältigen, in der Tat gluschtigen Berichten zum Thema Kulinarisches.»

Auch Andri Kisseleff beteiligt sich bei der Städtlichronik finanziell. Als Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Mellingen schätzt er es, dass Themen wie Naturschutz, Jugendarbeit, Erhalt/Aufwertung der Naherholungsgebiete im Buch bekannt gemacht werden. «In der diesjährigen Ausgabe hat mich die Multikulturalität besonders beeindruckt. Eine Kultur, die in Mellingen gelebt wird, auch wenn Abstimmungsresultate nicht immer darauf schliessen liessen», betont Kisseleff.

Irene Moccand-Müller ist – wie ihre Eltern – in Mellingen aufgewachsen und hat noch heute eine tiefe Bindung zum Reussstädtchen, auch wenn sie nicht mehr hier lebt. «Mein Vater Otto Müller hat über 40 Jahre lang in Mellingen unterrichtet und er war bei der ersten Städtlichronik massgeblich beteiligt», sagt Moccand. Und weil diese ein grosses Anliegen ihres inzwischen verstorbenen Vaters war, unterstützt sie nun dieses Projekt. «Ich finde alle Beiträge interessant zu lesen. Sie sind wie ein Stückchen Heimat, denn ich war lange in der Schulpflege tätig und bin nun seit über 20 Jahren im Verein Alterszentrum engagiert.»

Ein Stückchen Heimat, das bietet die Städtlichronik in ihrer 23. Ausgabe in der Tat. Ein Lesevergnügen – auch für Nichtmellinger.