Es ist eine überschaubare Zunft, die an diesem Wochenende in der Bäderstadt nach ihrem Landesmeister fahndet. Eine Zunft, der in Bezug auf die mediale Aufmerksamkeit nur eine Statistenrolle zuteil kommt. Die Rede ist vom Kanusport. Dabei ist Baden nicht nur Austragungsort der Schweizer Meisterschaften, sondern auch die Heimat zweier Hoffnungsträger.

Gérôme Martin und Nicolas Vuille sollen dereinst zu nationalen Aushängeschildern wachsen. Das im Bezirk Baden beheimatete Duo ist nämlich schon mittendrin – in der Schweizer Elite. Zwar pendeln sie gegenwertig noch zwischen der Junioren- und Eliteliga. Doch erste internationale Impressionen reichern sich bereits an. Wenn man sich mit den beiden austauscht, dann fällt immer ein Wort: Passion. «Eltern schicken ihre Kinder nicht einfach zum Kanufahren», weiss Vuille. Die Passion sei jene Komponente, die die mannigfaltigen Strapazen rechtfertige. Seien es die täglichen Trainingseinheiten oder die reichlich abgespulten Reisekilometer. Neben der Leidenschaft müssen aber auch die Ressourcen stimmen.

Talent alleine reiche nicht, unspektakuläre Arbeit sei der Schlüssel zum Erfolg, sagt Vuille. Zudem ist die Infrastruktur im internationalen Vergleich hierzulande nicht ausreichend. Deshalb trainieren sie regelmässig im Ausland. «Die Reisen bezahlen wir praktisch selber», erzählt uns Vuille. Die finanziellen Mittel des Kanuverbands sind limitiert, deshalb unterstreichen die beiden die Wichtigkeit der Sponsoren. Die Stadt Baden ist seit kurzem so einer.

Von der Stadt Baden unterstützt

Martin und Vuille durchliefen zusammen praktisch alle Jugendstufen. Trainiert wird fast ausschliesslich zu zweit, der rege Austausch versteht sich von selbst. Die beiden vereint ein Mannschaftsgedanke, der im Kanusport eigentlich keinen Platz hat. Dissonanzen entstehen keine. Auch wenn die Selektion kein Erbarmen kennt. Wie zum Beispiel bei Olympia, wo immer nur ein Kanute die Landesfarben vertreten darf. Man gönnt sich den Erfolg. Dennoch formulierten die beiden ebendiese Olympia-Teilnahme 2020 in Tokio als hochgestecktes Fernziel.

Nun aber war es die Landesmeisterschaft in Baden, die im Vordergrund stand. Vuille verpasst knapp den Final, während Martin den Schlussgang erreicht und sich auf dem siebten Rang eingliedert. Auch wenn es nicht für ganz vorne gereicht hat: Die beiden baden mit ihren Booten im Glück. Von Verletzungen blieben Martin und Vuille bisher verschont und ihre Entwicklung ist vielversprechend. Vielleicht schicken die Eltern der Region ihre Kinder dereinst in die Kanu-Lektionen. Wegen diesem erfolgsversprechenden Duo.