Seit April letzten Jahres führen Monique und Bernd Schendel das Restaurant Baldegg. Für das Paar war der Anfang nicht leicht. Die Fussstapfen, die ihre Vorgänger, die Mosers, hinterlassen haben, sind gross. «Die ersten paar Tage hatten wir bei schönstem Frühlingswetter die Bude voll. Da die Kasse aber noch fehlerhaft gearbeitet hat, und das neue Team noch nicht eingearbeitet war, lief einiges noch nicht perfekt», sagt Gastgeberin Monique Schendel. Daraufhin habe es auch gleich einige Beschwerden gegeben.

Den Mut haben sich die beiden dadurch nicht nehmen lassen. «Jeder Anfang ist schwer», sagt Schendel. Auch das Sommergeschäft verlief durch das schlechte Wetter nicht wirklich rosig. Eigentlich war geplant, neben der Gartenterrasse noch einen Selbstbedienungs-Biergarten nach bayerischem Vorbild zu etablieren. Das Projekt werden die Schendels nun dieses Jahr realisieren.

Naherholung ob Baden: Imagefilm des Restaurants «Baldegg».

Naherholung ob Baden: Imagefilm des Restaurants «Baldegg».

Mit dem Restaurant Baldegg hat sich das Pächterpaar einen Traum erfüllt. Der Gasthof wurde 1837 eröffnet und gehört seit 1916 der Ortsbürgergemeinde. «In diesem Restaurant passt einfach alles», sagt die Gastgeberin, «eine derartige Aussicht hat man weit und breit nicht».

Worauf die Schendels besonders Wert legen: «Eltern können ihre Kinder hier frei herumlaufen lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass etwas passiert.» Ideal sei das für Feste, wie sie öfters auf der Baldegg stattfinden. Die Kinder haben einen grossen Spielplatz, und es besteht keine Gefahr durch Autos.

Die gutbürgerliche Küche der Vorgänger haben die Schendels beibehalten. Einzig das Münchner Flair fehlt den Pächtern noch. «Wir wollen die Leute nicht überfordern», sagt Monique Schendel, «wahrscheinlich bieten wir für den Anfang mal einzelne bayerische Menüs an». Die Gastgeberin hat schon in München Restaurants geführt. Später arbeitete sie dann beim ADAC, wo sie ihren Mann Bernd kennenlernte. Dieser hat in München ebenfalls bereits Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt.

Durch Moniques Sohn Benjamin Staudinger, der bereits zweieinhalb Jahre unter der Führung der Mosers auf der Baldegg gearbeitet hat, entstand die Idee, das Restaurant zu pachten. Heute ist ihr Sohn Küchenchef im Restaurant. «Ich wollte eigentlich schon früher in die Schweiz ziehen, da kam dann aber mein Mann dazwischen», erzählt Monique Schendel und lacht. Wegen ihm blieb sie vorerst in München.

Was die Pächterin sich für die Zukunft wünscht: «Wir haben jetzt öfters festgestellt, dass Gäste auf Nachfrage signalisieren, dass alles in bester Ordnung sei, und am nächsten Tag liest man dann eine schlechte Kritik im Internet. Käme man bei Unzufriedenheit direkt zu mir, dann könnte ich darauf reagieren und gleich vor Ort etwas verändern.»

Auf jeden Fall wird noch an der bayrischen Gemütlichkeit gearbeitet. «Das bringen wir aber noch hin dieses Jahr», sagt die Gastgeberin, «ich glaube, die Schweizer mögen die Bayern». Auch Stadtrat Roger Huber habe damals gesagt, ihr bayrischer Charme habe überzeugt. Ab April wird es deshalb auf der Baldegg neben der grossen Gartenwirtschaft noch den Biergarten mit bayrischen Bierspezialitäten geben, natürlich ergänzt mit frischen Brezen und weiteren Schlemmereien. Dann hat die Baldegg auch täglich geöffnet.