Der zweite Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen vom 24. November wird spannend: Um den fünften Sitz im Gemeinderat kämpfen die beiden parteilosen Sabine Dössegger und Stephan Peterhans. Für den 44-jährigen Peterhans ist es der zweite Anlauf: Er hatte sich nach der offiziellen Anmeldefrist im ersten Wahlgang aufgrund einer Anfrage von alt Gemeindeammann Karl Peterhans kurzfristig zu einer Kandidatur entschlossen (die az berichtete). Als inoffizieller Kandidat erhielt er zwar 406 Stimmen, erreichte jedoch das absolute Mehr nicht. Damals zeigte er sich nicht enttäuscht, er hatte mit einem zweiten Wahlgang gerechnet.

Ausländeranteil ein Thema

Peterhans ist Ortsbürger und in vielen Vereinen sportlich aktiv. Nach zwei Jahren vorwiegend in Genf tätig, hat der Betriebsökonom wieder eine Arbeit in der Region aufgenommen. Der Parteilose macht sich Sorgen über die Zukunft des Dorfes: «Meines Erachtens fehlt eine konkrete Strategie, wie sich das Dorf nachhaltig entwickeln soll.» Er kenne viele junge Familie, die keine Wohnung im Dorf finden würden. «Auch haben wir einen Mangel an altersgerechten Wohnungen», gibt Peterhans zu bedenken. Daneben sei es ihm ein Anliegen, mehr Begegnungsstätten für Jung und Alt zu schaffen.

Dass der Gemeinderat nur aus Männern bestehen könnte, gefällt der 51-jährigen Sabine Dössegger nicht. «Ein bisschen Frauen-Power würde dem Gemeinderat guttun», sagt sie. Frauen würden anders ticken als Männer, daher sei eine Durchmischung der Geschlechter in Gremien generell besser. Sie habe aber auch andere Gründe, für den Gemeinderat zu kandidieren: So will sich Dössegger für ein familienfreundliches und ein stetig wachsendes Fislisbach einsetzen. «Eine grosse Herausforderung ist, den Ausländeranteil möglichst klein zu halten», sagt sie. Wichtig ist ihr auch die Optimierung des Verkehrs sowie eine gute Infrastruktur des Dorfes, dies ohne Steuerfusserhöhung.

Dössegger war Mitglied der Jugendkommission Fislisbach und war beim Aufbau des Jugendzentrums dabei. Als ehemaliges Vorstandsmitglied der Ortspartei FDP konnte sie bereits politische Erfahrung sammeln. Heute ist sie parteilos. «Ich habe auch noch in andern Dorfparteien geschnuppert, wurde aber nirgends sesshaft», sagt Dössegger, die nicht von einer Partei gesteuert werden will.