Wettingen
Zweiter Anlauf mit drei Varianten: Tägi-Sanierung kostet bis zu 54 Millionen

Für die Tägi-Sanierung beantragt der Wettinger Gemeinderat einen Planungskredit von 3,3 Millionen. Im 2016 soll dem Gemeindeparlament und den Stimmberechtigten dann das Bauprojekt unterbreitet werden. Drei Varianten stehen zur Diskussion.

Dieter Minder
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Tägi-Sanierung: Projekt für zweiten Anlauf
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Schwimmsportler im Tägi.jpg
Das Tägi ist bei den Eisläufern sehr beliebt.jpg
Das Sportzentrum Tägi am Rande des Sidlungsgebietes (Weisser Kreis).jpg

Tägi-Sanierung: Projekt für zweiten Anlauf

ZVG

«Zu teuer und zu gross» beurteilten die Mehrheit der Wettingerinnen und Wettinger das erste Sanierungs- und Erweiterungsprojekt für das Sport- und Kongresszentrum Tägi. Sie lehnten den Baukredit von 86 Millionen Franken bei der Abstimmung am 23. September 2012 ab.

Die anschliessend durchgeführte Isopublic-Studie ergab, dass die Mehrheit im Tägi sowohl einen Schwimm- wie einen Eisbetrieb will. Basierend auf dieser Erkenntnis hat der Gemeinderat eine Begleitkommission einberufen. In dieser sind sowohl die Einwohnerratsfraktionen wie die Befürworter und Gegner des ersten Projektes vertreten. Basierend auf dem abgelehnten Projekt wurden nun drei Varianten ausgearbeitet.

Tägi: Eine fast eigenständige Firma

«Das modernisierte Tägi soll eigenwirtschaftlich geführt werden», sagt Gemeinderat Roland Kuster. Deshalb sei die Gründung einer öffentlich-rechtlichen, unselbstständigen Betriebsgesellschaft, analog dem Elektrizitäts- und Wasserwerk (EWW) anzustreben. Dabei will der Gemeinderat von der heute geltenden Objektfinanzierung zur Subjektfinanzierung wechseln. Konkret heisst dies, dass nicht mehr das Hallenbad oder die Eisfelder subventioniert werden.

Die Gemeindebeiträge sollen anhand der Besucher der einzelnen Anlagenteile ausgerichtet werden. Wie genau dies geschehen wird, soll in einem Leistungsvertrag mit der künftigen Betreibergesellschaft fixiert werden. Zudem muss diese das Sport- und Kongresszentrum so ökonomisch wie möglich führen. (DM)

Die Begleitkommission hatte Eckwerte für die Planung definiert. So sollten die Tribüne des Eisfeldes auf zirka 300 Plätze beschränkt sein, die Minigolfanlage nicht tangiert werden und die Kosten zwischen 35 und 55 Millionen Franken liegen. Zudem wird von den Regionsgemeinden neben dem Investitionsbeitrag auch ein Betriebskostenbeitrag für den Eisbereich erwartet. Auf Investitionsbeiträge hatten sich die Gemeinden bereits beim ersten Projekt geeinigt.

Drei Varianten zur Auswahl

Die Variante 1 beschränkt sich auf die Sanierung der Gebäudehüllen, der Schwimmbecken, des Saales, des Restaurants und der Gebäudetechnik. Als Neubauten werden die Eisfelder mit den Garderoben, eine neue Eistechnik und ein Dach über dem bergseitigen Eisfeld vorgeschlagen. Diese Variante würde rund 35,1 Millionen Franken kosten.

Die Variante 2 umfasst die unter Variante 1 vorgeschlagenen Elemente und zusätzlich ein Kinderbecken im Hallenbad, eine Sauna über dem Restaurant sowie einen zentralen Eingang. Dieser ist eines der Hauptelemente aus dem ersten Projekt.

Das Personalhaus wird abgebrochen. Diese Variante dürfte 46,9 Millionen Franken kosten. Der Gemeinderat empfiehlt diese Variante zur weiteren Bearbeitung und beantragt hierfür einen Planungskredit von 3,3 Millionen Franken.

Die Variante 3 umfasst alle Elemente der Variante 2 und zusätzlich eine Eishalle und einen grösseren Eingangsbereich. Das würde 53,8 Millionen Franken kosten.

Welche Variante auch immer: Die Wettinger müssen einen höheren Steuerfuss in Kauf nehmen. Die schon 2010 prognostizierte Erhöhung ab 2015 um 3 Prozentpunkte auf 95 Prozent muss, so der Gemeinderat «als Minimum betrachtet werden». Der Finanzplan 2013 bis 2017 wurde bereits angepasst.

Stimmvolk soll entscheiden

Nach Gesetz müsste nur der Einwohnerrat über die Varianten und den Planungskredit entscheiden. Trotzdem sollen die Stimmberechtigten frühzeitig einbezogen werden. «Der Gemeinderat vor, am 28. September eine Urnenabstimmung über den Planungskredit von 3,3 Millionen Franken durchzuführen», sagt Gemeindeammann Markus Dieth. Eine Volksabstimmung wäre ab 4 Millionen Franken nötig.

Einwohnerratssitzung: Donnerstag, 15. Mai, 19 Uhr, Rathaussaal.