Würenlos
Zweiter Anlauf: Würenlos will Sexdate-Lehrer auf die «Schwarze Liste» setzen

Nach der sofortigen Freistellung des Sexdating-Lehrers kündigt die Schule Würenlos mehrere Massnahmen an.

Sabina Galbiati
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Sexdate-Lehrer K.N. soll endlich auf die Schwarze Liste gesetzt werden

Sexdate-Lehrer K.N. soll endlich auf die Schwarze Liste gesetzt werden

Die Enthüllungen um den entlassenen Lehrer K. N. (Name von der Redaktion geändert) beschäftigt die Schule Würenlos auch drei Wochen nach dem Vorfall: Sie will eine weitere Beschäftigung des Lehrers in der Schweiz verhindern und beim Bildungsdepartement des Kantons (BKS) beantragen, dass K. N. auf die «Schwarze Liste» der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) gesetzt wird.

Denn dass die Schüler ihren Lehrer beim Surfen auf einer Sexdating-Seite erwischten, war lediglich die Spitze des Eisbergs.

Recherchen der az hatten gezeigt, dass K. N. kein unbeschriebenes Blatt ist.

In Döttingen hatte die Schulbehörde bereits 2014 beim Kanton beantragt, K. N. auf die «Schwarze Liste» der EDK zu setzen.

Eine Untersuchung der Kinderschutzgruppe des Kantonsspitals Baden hatte ergeben, dass der Lehrer die körperliche Grenze gegenüber den Jugendlichen wiederholt überschritten hatte.

Weiter hatten Recherchen durch einen ehemaligen Klingnauer Schulleiter gezeigt, dass K. N. in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs an seiner eigenen Tochter verurteilt worden war, ins Gefängnis musste und dadurch seinen Beamtenstatus verlor.

Doch den verlangten Strafregisterauszug blieb K. N. der Schulbehörde schuldig.

Dem Antrag, K. N. auf die «Schwarze Liste» zu setzen, konnte der Kanton damals nicht nachkommen, «weil keine strafrechtliche Verfehlung vorgelegen hat», hiess es beim BKS.

Was die Schule Würenlos betrifft, so findet bei Anstellungsverfahren von Lehrpersonen neu «eine routinemässige Überprüfung des Sonderprivatauszugs aus dem Strafregister statt», schreibt die Schulpflege in einer Mitteilung.

Zudem will sie das Einholen von Arbeitszeugnissen und Referenzen auf mehr Arbeitgeber ausdehnen und im Zweifelsfall die «Schwarze Liste» des EDK konsultieren, heisst es weiter. Auch die Qualität des geschützten Internetzugangs, den die Schule von der Swisscom bezieht, will sie überprüfen.

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