Turgi
Zweites Gutachten soll klären, ob Kirche in Turgi abgerissen werden darf

Dem Gemeinderat Turgi reicht das von den Abriss-Befürwortern in Auftrag gegebene Gutachten nicht. Bis im Herbst soll ein zweites Gutachten Klarheit darüber verschaffen, ob die reformierte Kirche unter Denkmalschutz gestellt wird oder nicht.

Samuel Schumacher
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Das Schicksal der Turgemer Kirche entscheidet sich im Herbst.AZ Archiv

Das Schicksal der Turgemer Kirche entscheidet sich im Herbst.AZ Archiv

Sandra Ardizzone

Das Hin und Her rund um die reformierte Turgemer Dorfkirche geht in die nächste Runde. Nachdem die Kirchgemeinde im März mit grosser Mehrheit entschieden hatte, das Gotteshaus abzureissen, pfeifft der Gemeinderat die Abriss-Befürworter nun zurück. Wie das Regionaljournal von Radio SRF gestern berichtete, reicht dem Gemeinderat das von den Abriss-Befürwortern in Auftrag gegebene erste Gutachten nicht.

Dieses Gutachten kam zum Schluss, dass die Kirche mit Baujahr 1960 baufällig sei und dass eine Sanierung die Kirchgemeinde wesentlich teurer zu stehen käme als ein Neubau. «Wir wollen ein eigenes Gutachten erstellen lassen. Die Expertise der reformierten Kirche als Bauherrin ist uns nicht unabhängig genug», sagt Gemeindeammann Peter Heiniger.

Die neue Expertise soll klären, ob die alte Kirche unter Denkmalschutz gestellt werden soll oder nicht. Auf der Liste des kantonalen Denkmalschutzes steht sie bis heute nicht. Sie wird jedoch im sogenannten Kurzinventar aufgeführt. Bei Bauten, die in diesem Verzeichnis stehen, müssen Gemeinden genau hinschauen, bevor bauliche Massnahmen angeordnet werden können. Die aus gemeinderätlicher Sicht unabhängige Expertise wird bis im Herbst erwartet. Bis dahin dürfen die Abriss-Gegner weiterhin hoffen. (SAS)