Wettingen
Brauerei Lägerbräu zahlt Dividenden in flüssiger Form

Rund 350 Leute besuchten die Generalversammlung der Lägerebräu in Wettingen. Die Brauerei bezahlte dabei ihren Aktionären eine Dividende. Kein Geld, aber einen gemütlichen Abend mit Bier und Bratwürsten.

von lukas bertschi
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Der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth füllt die ersten Krüge.

Der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth füllt die ersten Krüge.

Solothurner Zeitung

2010 wurde die Jahresproduktion der Lägerebräu AG um 25000 auf 140000 Liter gesteigert und es konnte erstmals ein operativer Gewinn ausgewiesen werden. Neben dem Einbau der Küche des abgerissenen Ennetbadener Restaurants Schief, war die Übertragung aller WM-Spiele auf dem Brauereiareal einer der Jahreshöhepunkte. «Zeitweise waren unsere Tanks fast leergetrunken», sagt Verwaltungsratspräsident Walter Benz.

Nach der kurzweiligen Abhandlung der Traktanden konnte der eigentliche Anlass beginnen: das Brauereifest. Der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth übernahm das Anzapfen. Die benötigte Anzahl Schläge zeigte aber auf, dass er noch nicht die Erfahrung eines bayrischen Oberbürgermeisters besitzt.

Lägerebräu ist mehr als nur gutes Bier

Kaum lief das Bier aus dem Fass, verliessen die Besucher ihre Plätze und reihten sich in die Warteschlangen für Bier und Bierwürste ein. Mehrere 1000 Liter standen am Fest bereit. «Getrunken werden aber nur 400 bis 600 Liter», sagt Geschäftsführer Thomas Benz, Sohn des Verwaltungsratspräsidenten. Dies ergebe aber immer noch einen beachtlichen Schnitt. Das ausgeschenkte Weizenbier und das dieses Jahr prämierte Klosterbier trugen zusammen mit den Bierwürsten zu geselliger Stimmung bei.

«Lägerebräu ist eben nicht nur das gute Bier. Es ist die Freude am Bier, am Miteinander, am Genuss», so Thomas Benz. Aus diesem Grund seien auch die meisten Aktionäre. «Bei uns gibt es keine riesigen Dividenden», sagt Walter Benz. Wenn es eine gebe, dann in Naturalien, dass heisse in Bier. «Das Emotionale ist stärker, es geht um die Teilnahme», so Benz weiter.

Statt Geld einen gemütlichen Abend

Wie jedes Jahr hat die Kleinbrauerei auch die Behörden aus den an der Lägern anliegenden Gemeinden eingeladen. «Wir wollen diese auch an Bord holen», sagt Walter Benz. Neben Dieth waren dieses Jahr dreizehn weitere Gemeinderäte anwesend. Peter Kunz, Gemeindeammann von Steinmaur, erschien sogar gleich in Begleitung von drei weiteren Gemeinderäten an der Generalversammlung. Einige der Behördenmitglieder zeigten mit dem Erheben ihrer Stimmkarten, dass sie neben ihrer Behördenfunktion auch als Aktionäre anwesend waren.

Bis die Letzten das Fest verlassen, wird es spät nach zwölf. Einmal mehr hat die Lägerebräu AG ihren Aktionären eine Dividende gezahlt. Kein Geld, aber einen gemütlichen Abend mit Bier und Bratwürsten. Mit solchen Festen soll auch die Zusammengehörigkeit gefestigt werden. Schliesslich ist Lägerebräu laut Thomas Benz: «Ein Projekt, das über Generationen hinweg existieren soll.»

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