Brugg/Frick

53 Jahre Marktpräsenz: Brugger Messerschmied im Fricktal verabschiedet

Die Marktkommission Frick mit Präsident Thomas Stöckli (3. v. r.) verabschiedet Romano Chiecchi. Dennis Kalt

Die Marktkommission Frick mit Präsident Thomas Stöckli (3. v. r.) verabschiedet Romano Chiecchi. Dennis Kalt

Nach 53 Jahren Marktpräsenz konzentriert sich Messerschmied Romano Chiecchi auf seinen Laden. Am Montag verabschiedete die Marktkommission Chiecchi mit einem Blumenstrauss, der von Präsident Thomas Stöckli überreicht wurde.

Ein Urgestein schlug gestern nach 53 Jahren zum letzten Mal seinen Stand am Markt in Frick auf. «Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blicke ich auf meine Marktzeit in Frick zurück», sagt der 76-jährige Messerschmied Romano Chiecchi aus Brugg.

«Mit einem lachenden und einem weinenden Auge»: Messerschmied Romano Chiecchi an seinem letzten Markttag.

«Mit einem lachenden und einem weinenden Auge»: Messerschmied Romano Chiecchi an seinem letzten Markttag.

Der Messerschmied aus «Leib und Seele» habe den persönlichen Kontakt und die unzähligen Gespräche, die er in den Jahrzehnten an seinem Stand geführt habe, sehr genossen: «Ich habe natürlich während dieser Zeit viele Bekanntschaften geschlossen und mit Metzgern und Berufsgenossen viel über die Schmiedekunst fachsimpeln können», erzählt Chiecchi. Auch habe er durch seine Marktpräsenz immer wieder Interessenten aus dem Fricktal gewinnen können, die in sein Fachgeschäft nach Brugg fuhren.

Einige dieser Bekanntschaften kamen gestern noch einmal bei dem Mann mit den scharfen Klingen vorbei, um sich persönlich zu verabschieden. «Viele Marktbesucher, die mich schon seit Jahren kennen, konnten es kaum glauben, dass ich heute zum letzen Mal mit meinem Messerstand in Frick bin», berichtet der Verkäufer und ergänzt, dass eine langjährige Bekanntschaft als Zeichen der Wertschätzung zum Abschied extra noch einmal ein Messer bei ihm erstanden habe.

In der über 50 Jahren andauernden Marktpräsenz, hat Chiecchi schon allerlei erlebt: «Ich kann mich erinnern, dass wir an einem Tag minus 20 Grad Celsius hatten und mir hinter dem Stand beinahe die Ohren abgefroren wären.» Auch Schnee und Stürmen habe er in all den Jahren immer wieder getrotzt.

Zur Ruhe setzen werde er sich aber noch nicht. In der Altstadt in Brugg betreibt der derzeit im Kanton Aargau einzige selbstständige Messerschmied mit seiner Frau Rosmarie ein kleines Fachgeschäft. «Der Verkauf unserer Waren läuft nach wie vor sehr gut und wir führen unseren Betrieb mit grosser Leidenschaft», erzählt der jung gebliebene Messerschmied voller Stolz.

Am Vormittag verabschiedete die Marktkommission Chiecchi mit einem Blumenstrauss, der von Präsident Thomas Stöckli überreicht wurde. Dabei ehrte man sein langjähriges Dasein, mit dem er den Markt in Frick auch ein Stück weit geprägt habe.

Ein Nachfolger für sein Fachgeschäft steht derzeit noch aus. «In dieses Geschäft habe ich mein ganzes Herzblut gesteckt. Deswegen soll es in die richtigen Hände kommen», betont Messerschmied Chiecchi.

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