Fusion mit Brugg
610 Unterschriften als Signal Richtung Schinznach-Bad

Am Montagabend hat das Komitee Pro Schinznach-Bad mit dem Übergeben der Unterschriften den Gemeinderat in die Pflicht genommen.

Janine Müller
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Urs Leuthard, Gemeindeammann Schinznach, nimmt die Urne mit den Unterschriften von Fritz Roth vom Komitee Pro Schinznach-Bad entgegen. jam

Urs Leuthard, Gemeindeammann Schinznach, nimmt die Urne mit den Unterschriften von Fritz Roth vom Komitee Pro Schinznach-Bad entgegen. jam

Janine Müller (jam)

Geht die Fusion zwischen Brugg und Schinznach-Bad bachab, dann soll der Gemeinderat von Schinznach Fusionsverhandlungen mit Schinznach-Bad aufnehmen. So wollen es 610 Unterzeichnende aus Schinznach. Die entsprechenden Unterschriften hat das Komitee Pro Schinznach-Bad rund um die Grossräte Martina Sigg (FDP) und Robert Obrist (Grüne) am Montagabend dem Schinznacher Gemeinderat überreicht. Die blecherne Urne war verziert mit den Wappen der beiden Gemeinden.

«Wir sind stolz darauf, dem Gemeinderat heute die Unterschriftenbögen überreichen zu können», sagte Martina Sigg in ihrer Ansprache. «Uns ist es geglückt, damit ein starkes Signal zu setzen. Ein Signal an Schinznach-Bad, das sich von uns abwenden und mit Brugg fusionieren will.» Mit den Unterschriften wolle das Komitee den Schinznach-Badern zeigen, dass Schinznach da und die Gemeinde bereit sei, mit Schinznach-Bad zu fusionieren. «Denn was macht wohl mehr Sinn: Eine Fusion zwischen einer Stadt- und einer Landgemeinde oder eine Fusion zwischen zwei ländlichen Partnergemeinden, die sich schon lange kennen, schon lange zusammenarbeiten und erst noch gleich heissen?», fuhr Sigg fort.

Vor dem Gemeindehaus in Schinznach zeigten sich die rund 20 Anwesenden überzeugt, dass eine Gemeinschaft mit Schinznach-Bad funktionieren würde. «Schinznach-Bad bringt den guten Ruf der wohltuenden Bäder mit, wir jenen unserer köstlichen Weine», sagte Sigg. Schinznach könne der Schwestergemeinde politisches Mitspracherecht unter gleichberechtigten Partnern, einen sicheren und kurzen Schulweg in die Oberstufenschulen, eine moderne Feuerwehr, einen ähnlichen Steuerfuss, einen persönlichen Umgangsstil und einen gemeinsamen Lebensraum mit prachtvoller Natur bieten.

Behörde hält sich heraus

Der Schinznacher Gemeindeammann Urs Leuthard (SVP) nahm die Urne mit den Unterschriften von Komitee-Mitglied Fritz Roth freudig entgegen, symbolisch unter einem hölzernen Rahmen mit offener Tür.

«Wir haben uns als Gemeinderat bewusst aus der Diskussion herausgehalten», sagte Leuthard. «Denn letztlich ist es ein Entscheid zwischen Brugg und Schinznach-Bad, in den wir uns als Behörde nicht einmischen wollen.» Dass jetzt Privatpersonen die Initiative in Schinznach ergriffen haben, sei jedoch legitim. «Ich hoffe jedenfalls, dass dieses Zeichen in Schinznach-Bad wahrgenommen wird», so Leuthard in seiner Rede. Die Unterschriften würden jetzt bis zum Entscheid in Brugg und Schinznach-Bad «gut gehütet». Es gelte nun abzuwarten.

Ein erster Entscheid fällt am 1. Dezember im Einwohnerrat und an der Gemeindeversammlung, der Urnengang ist auf den 4. März 2018 angesetzt.

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