Abschlussbericht
Warum aus Sicht der Schule Windisch ein «Genügend» bei der kantonalen Qualitätskontrolle gut ist

Weil sich die Führungsebene der Schule Windisch in einer Krise befand, wurde die für 2019 angekündigte Externe Schulevaluation um ein Jahr verschoben. Jetzt liegt der Schlussbericht der im letzten Herbst durchgeführten Qualitätskontrolle vor.

Claudia Meier
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Achtung Schulkinder: Strassenmarkierung auf dem Weg zum Schulhaus Rütenen in Windisch.

Achtung Schulkinder: Strassenmarkierung auf dem Weg zum Schulhaus Rütenen in Windisch.

Bild: Severin Bigler
(17. Januar 2020)

Dass auch eine Schule, in der es turbulent zu und her geht, bezüglich Erfüllung ihrer Aufgaben regelmässig kontrolliert werden muss, ist allen Beteiligten klar. Dennoch gelang es der Schule Windisch, die für 2019 vorgesehene Externe Schulevaluation (ESE) um ein Jahr zu verschieben. Im zweiten Anlauf gab die kantonale Schulaufsicht des Departements Bildung, Kultur und Sport einem entsprechenden Antrag statt.

Was früher die ESE mit dem Ampelsystem war, wurde auf das Schuljahr 2020/21 hin in eine etwas schlankere Qualitätskontrolle umgewandelt. Diese wird von einem Fachteam der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) durchgeführt. Insgesamt besuchen 1141 Schülerinnen und Schüler in 69 Klassen die Schule Windisch. Aufgrund der Verschiebung um ein Jahr wurde die Schule verpflichtet, die Qualitätskontrolle in vertiefter Form bis sicher Stufe B zu durchlaufen.

Schulführung und Qualitätsmanagement wurden vertieft geprüft

Auf Stufe A findet eine standardisierte Prüfung der Schulqualität der Schule statt. Dies mittels quantitativer Datenerhebung per Onlinebefragungen von Schulleitungen, Lehrpersonen, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern, der Überprüfung der Dokumentation der Schule zu Prozessen, der Konsultation von Check-Ergebnissen und statistischer Kennzahlen. Zeigen sich auf Stufe A Auffälligkeiten, wird die Schule auf Stufe B in den entsprechenden Bereichen genauer angeschaut. Das geschieht mit Hilfe qualitativer Datenerhebung. Wenn sich dort Mängel manifestieren, kommen Stufe C, die begleitete Defizitaufarbeitung, und danach Stufe D, die Nachkontrolle der Defizitaufarbeitung, zur Anwendung.

Isabelle Bechtel präsidiert die Schulpflege Windisch.

Isabelle Bechtel präsidiert die Schulpflege Windisch.

Bild: zvg

Die Qualitätskontrolle auf Stufe A fand an der Schule Windisch im Oktober 2020 statt. Die Schulaufsicht hat im November mit dem Fachteam der FHNW und der Schulführung festgelegt, dass die Bereiche Schulführung und Qualitätsmanagement auf Stufe B kontrolliert werden.

Bei der Schulführung ging es um folgende Dimensionen: Aufteilung der Rollen und Zuständigkeiten innerhalb der Schulführung, Führen und Entwickeln des Personals, sich führen lassen und Akzeptanz von Führung. Genauer angeschaut wurden ausserdem die Grundlagen des Qualitätsmanagements sowie der Umgang mit gravierenden Qualitätsdefiziten. Zu den genannten Punkten fanden im Dezember Einzel- und Gruppengespräche mit den verschiedenen Interessengruppen statt. Die Schulpflege schreibt in einer Mitteilung:

«Im Abschlussbericht wird der Schule Windisch attestiert, die Anforderungen, die von Seiten kantonaler Schulaufsicht an eine Schule gestellt werden, auf einem genügenden Niveau zu erfüllen.»

Das FHNW-Fachteam sowie die Schulaufsicht «erachten dies als nicht selbstverständlich in Anbetracht der Lage, in der sich die Schulführung Windisch befand und zum Teil immer noch befindet». Sie stellen der Schule Windisch ein gutes Zeugnis aus und würdigen die Anstrengungen aller Beteiligten, die stets einen reibungslosen Schulbetrieb gewährleistet haben.

Der Konflikt innerhalb der Schulpflege belastet die Führungsebene

Im ersten Teil des Abschlussberichts wird der ungelöste Konflikt innerhalb der Schulpflege angesprochen. Die Mehrheit der Mitglieder weigert sich bekanntlich, den beiden ressortlosen Schulpflegern wieder Aufgaben zu übertragen, und hat Ende 2020 gegen den Entscheid des Regierungsrats Rekurs eingelegt. Viele Lehrpersonen sorgen sich laut FHNW-Fachteam um das Image der Schule Windisch.

Zudem wird im Abschlussbericht erwähnt, dass der Organisationsentwicklungsprozess, in dem die Führungsebene der Schule Windisch steckt, viele zeitliche Ressourcen absorbiert. Der neu zusammengesetzten Schulleiterkonferenz wird bescheinigt, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit auf gemeinsame Ziele geeinigt hat und engagiert sowie motiviert dabei ist, die Schule Windisch voranzubringen. Erste Resultate seien bereits sichtbar, heisst es in der Mitteilung der Schulpflege. Auf Ebene Primarschule funktioniere eine übergreifende Zusammenarbeit unter Lehrpersonen schon gut, während es innerhalb der Sek I noch wenig Berührungspunkte gebe, steht im Bericht der FHNW.

Das Primarschulhaus Dorf an der Dorfstrasse Windisch.

Das Primarschulhaus Dorf an der Dorfstrasse Windisch.

Bild: Severin Bigler
(17. Januar 2020)

Im zweiten Teil des Berichts geht es um die auf Stufe B vertieften Dimensionen. Aus den Ergebnissen geht klar hervor, dass die Selbsteinschätzung der Schulführung in den meisten mit der Einschätzung des Fachteams übereinstimmt. Zu den Defiziten heisst es im Bericht etwa:

«Für einige Lehrpersonen ist die Aufgabenverteilung innerhalb der Schulleitungskonferenz noch wenig transparent.»

Die Prüfergebnisse werden im dritten und letzten Teil des Berichts vom Fachteam zusammengefasst. Es kristallisiert Aspekte heraus, die Herausforderungen bergen.

Die Schule Windisch wird in fünf Jahren wieder überprüft

Abschliessend wird festgestellt, dass die Schule den elementaren Ansprüchen genügt, was das Fachteam als nicht selbstverständlich erachtet in Anbetracht des Konflikts innerhalb der Schulpflege und der kürzlich erfolgten vielen Wechsel auf Schulleitungsstufe.

«Der Bericht und das Qualitätsurteil der Schulaufsicht fallen positiv aus», schreibt die Schulpflege in ihrer Mitteilung. Die Qualitätskontrolle sei abgeschlossen. Eine weitere Begleitung, wie in Stufe C vorgesehen, erfolge nicht. Die Schule Windisch werde im üblichen Turnus in fünf Jahren ein nächstes Mal mit einer Qualitätskontrolle überprüft werden.

Den ausführlichen Bericht über die kantonale Qualitätskontrolle finden Sie hier.

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