Wenn es um die Weiterentwicklung des Areals «Alte Post» zwischen Annerstrasse und Schulthess-Allee in Brugg geht, scheiden sich die Geister. Der Stadtrat möchte an diesem Standort eine zentrale Verwaltung mit Stadtbüro realisieren sowie Stadtbibliothek, Gewerbeflächen, Büros und Wohnungen. Aus der Bevölkerung formierte sich Widerstand gegen das Vorhaben. Eine Initiativgruppe lancierte im Mai 2018 eine «Petition für eine massvolle bauliche Entwicklung der Brugger Innenstadt». Insgesamt 1541 Unterschriften konnten dem Stadtrat im letzten Sommer übergeben werden. Mitte Januar machte sich dann bei der Initiativgruppe Ernüchterung und Unverständnis breit, weil der Stadtrat die beiden Liegenschaften «Alte Schmitte» und «Müller-Haus» nicht erhalten wolle.

Nun schreibt der Brugger Stadtrat in einer Mitteilung, dass er den Gestaltungsplan «Alte Post» sowie die Teiländerung des Gestaltungsplans «Anner-strasse» für die öffentliche Auflage freigegeben habe. Am Mittwoch, 27. März, um 19 Uhr informieren Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Brugg, der Projektentwickler und der Fachplaner die Öffentlichkeit im Salzhaus über Planung und Mitwirkungsergebnisse sowie über das weitere Verfahren. Die Unterlagen zu den Gestaltungsplänen liegen dann vom 30. März bis zum 29. April öffentlich auf und werden auf der Website der Stadt Brugg aufgeschaltet.

Das ganze Areal ist bebaubar

«Für das Areal im Geviert Anner-strasse, Hauptstrasse, Schulthess-Allee und Aare-Ufer besteht ein rechtskräftiger Gestaltungsplan von 2002 und es ist damit grundsätzlich bebaubar», schreibt der Stadtrat weiter. Mit dem Gestaltungsplan «Alte Post» und einer Teiländerung des Gestaltungsplans «Annerstrasse» werde eine qualitativ hochwertige, der zentralen Lage und der guten Erschliessung gerecht werdende Bebauung möglich. Diese biete zeitgemässe Wohnungen, zentralörtliche Einrichtungen, namentlich das Stadtverwaltungszentrum, die Bibliothek, attraktive Aussenräume und neue Wegverbindungen für Fussgänger und Langsamverkehr. Damit soll das Stadtzentrum aufgewertet sowie die Beziehung zur Altstadt belebt werden.

Im vergangenen Jahr, vom 12. März bis 10. April, erfolgte die öffentliche Mitwirkung zum Gestaltungsplan «Alte Post» und zur Teiländerung des Gestaltungsplans «Annerstrasse». Zehn Mitwirkungsbegehren sind eingegangen. Sie betrafen laut Stadtrat den Erhalt der Gebäude «Müller-Haus» und «Alte Schmitte», die angestrebte bauliche Dichte, die Verkehrserschliessung sowie die Gestaltung der Grünräume.

Details im Mitwirkungsbericht

Der vorliegende Mitwirkungsbericht nehme zu den Eingaben und den Themen der Petition Stellung. «Elemente der Mitwirkungseingaben und die abschliessenden Vorprüfungsberichte des Kantons flossen in die Gestaltungspläne und in das Richtprojekt ein», heisst es in der Mitteilung. Damit sei die Voraussetzung für die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans «Alte Post» und der Teiländerung Gestaltungsplan «Anner-strasse» gegeben.

Die beiden Gestaltungspläne legen die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen fest. «Der Stadtrat ist überzeugt, dass die beiden Gestaltungspläne für eine qualitätsvolle Weiterentwicklung des Areals deutlich bessere Voraussetzungen schaffen als eine Überbauung gemäss dem rechtskräftigen Gestaltungsplan von 2002», hält die Behörde fest. Vom 30. März bis und mit 29. April liegen die Gestaltungsplanunterlagen während der Büroöffnungszeiten bei der Abteilung Planung und Bau öffentlich auf. (CM)