Brugg-Windisch

Bald ist ein Aargauer Teleskop für Sonnenmission im Einsatz

Die Solar Orbiter Raumsonde vor der Sonne (eine Photomontage).

Die Solar Orbiter Raumsonde vor der Sonne (eine Photomontage).

Die Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch wird ein Röntgenteleskop für den Solar Orbiter der European Space Agency (ESA) entwickeln und bauen. Der Orbiter soll neue Erkenntnisse über die Aktivitäten der Sonne und ihre Auswirkungen bringen.

Im Janur 2017 wird Solar Orbiter mit einer Rakete ins Weltall geschossen werden, wie die Hochschule für Technik der FHNW am Mittwoch mitteilte. Die Reise wird lang sein: Der Orbiter soll sich bis auf einen Viertel der Erd-Sonne-Distanz der Sonne nähern.

An Bord wird - neben acht weiteren Instrumenten - das Röntgenteleskop STIX (»Spectrometer Telescope for Imaging X-rays») sein. Dieses Teleskop wird unter der Führung der FHNW entwickelt und gebaut.

Das STIX-Röntgenteleskop, bestehend aus dem 'imager' (links) und dem Detektormodul (rechts). Der 'imager' kann als Linse verstanden werden. Das Detektormodul beinhaltet sowohl die Röntgendetektoren als auch den Computer, der das Teleskop steuert.

STIX-Röntgenteleskop

Das STIX-Röntgenteleskop, bestehend aus dem 'imager' (links) und dem Detektormodul (rechts). Der 'imager' kann als Linse verstanden werden. Das Detektormodul beinhaltet sowohl die Röntgendetektoren als auch den Computer, der das Teleskop steuert.

Wie die gesamte Solar-Orbiter-Mission könne das Teleskop jedoch nur dank internationaler Zusammenarbeit realisiert werden, hält die Fachhochschule fest.

Neben der Kooperation mit dem Paul Scherrer Institut (PSI) arbeitet das FHNW-Team mit Ingenieuren und Wissenschaftlern aus Polen, Frankreich, Deutschland und Tschechien zusammen. Das gesamte Team umfasst rund 40 Personen.

Schweiz finanziert mit

Das Budget für die Raumsonde Solar Orbiter beläuft sich ohne Instrumente auf 470 Millionen Euro und wird von der ESA finanziert. Für das Röntgenteleskop STIX sind rund 20 Millionen Euro budgetiert. Mehr als die Hälfte dieser Kosten wird von der Schweiz getragen.

Solar Orbiter soll neue Erkenntnisse über die Aktivitäten der Sonne und ihre Auswirkungen auf die Erde liefern. Die Forscher hoffen, dass sich beispielsweise energiereiche Teilchenstürme besser vorhersagen lassen, die auf der Erde technische Einrichtungen wie Funk und Satellitenkommunikation stören können.

Rückseite der Sonne im Visier

«Die neuartige Umlaufbahn der Raumsonde ermöglicht es auch, die der Erde abgewandte Seite der Sonne sowie erstmals auch ihre Polarregionen zu untersuchen», wird FHNW-Professor und Teleskop- Projektleiter Säm Krucker in der Medienmitteilung zitiert.

Da sich Solar Orbiter mit der Sonne drehe, könne ein bestimmter Bereich auf der Oberfläche über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung beobachtet werden. Erste Daten könnten voraussichtlich anderthalb Jahre nach dem Start ausgewertet werden.

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