Brugg/Windisch
Bei der Ortsplanung sind Ergänzungen und Korrekturen vorgenommen worden

Die beiden Exekutiven haben die ersten zwei Planungsinstrumente beschlossen: den Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) sowie das Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept (NLEK).

Michael Hunziker
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Ortsplanung Raum Brugg Windisch

Ortsplanung Raum Brugg Windisch

Ein Meilenstein ist erreicht bei der Ortsplanungsrevision «Raum Brugg Windisch». Die beiden Exekutiven haben die ersten zwei Planungsinstrumente beschlossen: den Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) sowie das Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept (NLEK).

Rosi Magon, Vizeammann in Windisch, sprach an der gestrigen Medienorientierung denn auch von einem wichtigen Moment. Sehr viel sei passiert bei der gemeinsamen Ortsplanungsrevision, sehr viele Personen hätten sich beteiligt, sehr viele Mitwirkungseingaben seien eingegangen. Diese seien sorgfältig geprüft, die Planungsinstrumente bereinigt worden. Alle Begehren sind samt Stellungnahme in den Mitwirkungsberichten dokumentiert. Die Dossiers sind nun öffentlich zugänglich auf den Abteilungen Planung und Bau in Brugg und Windisch sowie online auf www.raumbruggwindisch.ch.

Daniel Moser, Stadtammann in Brugg, gab seiner Freude darüber Ausdruck, wie weit die Tätigkeiten inzwischen fortgeschritten sind. Er gehe davon aus, dass der KGV und das NLEK voraussichtlich diesen Herbst in Kraft gesetzt werden können. An der Medienorientierung überdies Red und Antwort standen: Stefan Zinniker von der Abteilung Planung und Bau in Brugg, Roland Schneider von der Abteilung Planung und Bau in Windisch sowie Barbara Gloor von der Firma Metron.

Tempo 30 sorgt für Diskussionen

Zum KGV sind 41 Mitwirkungseingaben eingegangen. Verschiedene Ergänzungen sind vorgenommen worden. Zu diesen zählen zwei neue Begegnungsorte im Zentrum von Umiken und Altenburg. Anpassungen erfahren hat ebenfalls das Fuss- und Veloverkehrsnetz um die Abschnitte Mülliger- und Zürcherstrasse. Geprüft werden soll weiter ein gemeindeübergreifender Ortsbus. Zu kontroversen Diskussionen führte gemäss den Verantwortlichen einmal mehr das Thema Tempo 30.

Ziel des KGV ist es, ein attraktives Verkehrssystem zu fördern, das allen Verkehrsteilnehmern dient. Im behördenverbindlichen Planungsinstrument definiert sind einzelne Massnahmen. Diese werden aber erst dann umgesetzt, wenn sie samt den entsprechenden Krediten bewilligt sind. Gewisse Projekte könnten schnell ein Thema werden, sagten die Verantwortlichen und nannten als Beispiel etwa die Strassenraumgestaltung Vorstadt.

Beim NLEK konnten 18 Mitwirkungseingaben gezählt werden. Hier wurden in einigen Punkten Unschärfen korrigiert, so beim Perimeter des Schöneggparks Brugg. Präzisiert wurden zudem ein Massnahmenbeschrieb zum Quartierzentrum Altenburg sowie das Revitalisierungs- und Pflegekonzept Süssbach.

Mit dem behördenverbindlichen NLEK wollen die beiden Gemeinden den Themen Natur und Landschaft ein angemessenes Gewicht geben und mit der Siedlungsentwicklung abstimmen. Nachgegangen wird allen Fragen des Freiraums innerhalb und ausserhalb der Siedlungen – von Begegnungsorten über Biodiversität bis zu Naherholungsgebieten, ökologischen Vernetzungsachsen und Gewässeraufwertung. Wie beim KGV werden die Massnahmen erst dann umgesetzt, wenn sie projektbezogen genehmigt sind.

Bei Nutzungsplanung gehts länger

Zum dritten Planungsinstrument, zur Nutzungsplanung (Nupla), sind 107 Mitwirkungseingaben eingegangen. Gleichzeitig zur öffentlichen Mitwirkung ist sie zur Vorprüfung beim Kanton eingereicht worden. Spezielle Aspekte werden nun in Abstimmung mit dem Kanton vertieft, etwa im Zusammenhang mit dem Projekt «Ostaargauer Strassenentwicklung», kurz «Oase». Voraussichtlich Ende dieses Jahres kann die Nupla öffentlich aufgelegt werden. 2018 ist der Beschluss durch die Einwohnerräte Brugg und Windisch vorgesehen, in der Folge wird die Nutzungsplanung dem Kanton zur Genehmigung eingereicht.

Zur Erinnerung: Ziel der Ortsplanungsrevision ist, den Raum Brugg Windisch zu stärken und weiterzuentwickeln − als Wohnort mit hoher Lebensqualität, als regionales Kultur- und Bildungszentrum sowie als Wirtschaftsstandort. Im März 2015 verabschiedeten die Exekutiven das Räumliche Entwicklungsleitbild (RELB) für den Raum Brugg Windisch. In der Folge wurden die Inhalte und Ziele aus dem RELB konkretisiert und in die einzelnen Themenbereiche eingebracht. Sowohl das Räumliche Entwicklungsleitbild als auch die Instrumente der zweiten Phase der Ortsplanungsrevision sind unter breitem Einbezug der Bevölkerung entstanden.