Bern
Brugger Pensionär wird auf dem Bundesplatz verhaftet – SVP-Nationalrat Thomas Burgherr findet dies übertrieben

Weil eine Passage in einem Gedicht bei der Polizei wohl falsch verstanden worden ist, wurde Richard Fischer in Bern verhaftet. Nun ist er auch noch seine Pistole los.

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Der Brugger Pensionär Richard Fischer ist in Bern verhaftet worden.

Tele M1
(cri)

Richard Fischer ist am Freitag nicht das erste Mal nach Bern gereist. Während der Pandemie hat er schon oft den Austausch mit den Parlamentariern gesucht. «Sie haben eine ganz schwere Aufgabe und ihnen gehört auch mal der Dank», sagt der 70-Jährige gegenüber Tele M1.

Man müsse gar nicht mit allem einverstanden sein, sagt Fischer. Aber: «Sie müssen entscheiden und das ist aktuell sehr schwer.» Für den Bundesrat hatte er deshalb sogar einen Blumenstrauss dabei.

Die verhängnisvolle Zeile

Als er sich am Freitag erneut mit Vertretern des Parlaments austauscht, weil er ihnen als ehemaliger Unternehmer Tipps zur Bewältigung der Pandemie geben möchte, nimmt ihn die Polizei fest. Er sei etwas aufgewühlt gewesen, erklärt Richard Fischer, habe das Prozedere aber über sich ergehen lassen.

Grund für die Festnahme ist folgende Zeile aus einem Gedicht, das er an die Politiker in Bern verschickt hat:

«Am Freitag ab 07:00 reich ich Ihnen zum letzten Mal die Hand, ich hoff, das klappt, sonst zieh ich über mein Kämpfer-Gewand.»

Fischer erklärt sich und sagt, er wolle um Argumente, aber auch um Zugang kämpfen. Er komme aber dabei niemandem bedrohlich nahe und schiebt nach: «Ich finde, mit Gewalt kommt man nirgendwo hin.»

Pistole abgegeben

Thomas Burgherr.

Thomas Burgherr.

Keystone

Hautnah miterlebt hat die Verhaftung der Aargauer SVP-Nationalrat Thomas Burgherr. Er hat wenig Verständnis für die Aktion der Polizei: «Vor einiger Zeit hatten wir während mehrerer Tage Umweltaktivisten auf dem Bundesplatz. Diese hat man geduldet. Und hier kam ein Mann – in friedlicher Absicht – und ihn hat man nachher abgeführt.»

Doch damit nicht genug für Richard Fischer. Die Polizei durchsucht sogar das Zuhause des Rentners in Brugg. Daraufhin muss er seine Pistole, die er bei einer Bank im Tresor gelagert hatte, abgeben. Dieser Moment habe ihn sehr getroffen, sagt Fischer. Dennoch: Er will weiterhin für den Austausch zwischen Volk und Politik und auch für die Demokratie kämpfen.

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