Flugplatz Birrfeld

Betrieb für 30 Jahre und die Hilfe aus der Luft ist gesichert

In den Lärmberechnungen wird aktuell von 1500 Helikopter-Flugbewegungen pro Jahr ausgegangen.

In den Lärmberechnungen wird aktuell von 1500 Helikopter-Flugbewegungen pro Jahr ausgegangen.

Der Regierungsrat erklärt sich einverstanden mit dem neuen Betriebsreglement für den Flugplatz.

Der Flughafenbetrieb in Zürich – und damit die Lärmbelastung für den Aargau – hat für Diskussionsstoff gesorgt in diesen Tagen. Stellung genommen hat die Aargauer Regierung kürzlich auch zum Flugplatz Birrfeld, konkret: zur Anpassung am sogenannten Objektblatt des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) sowie zur Anpassung am Betriebsreglement.

Das SIL-Objektblatt legt den Rahmen für die bauliche und betriebliche Entwicklung des Flugplatzes fest. Bis Mitte Juni dieses Jahres lag es zur öffentlichen Information und Mitwirkung auf. Themen im SIL-Objektblatt sind unter anderem die Prognose der Flugbewegungen pro Jahr sowie die Helikopterbasis.

Grenzwerte werden eingehalten

In seiner Stellungnahme an das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) begrüsst der Aargauer Regierungsrat «die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für den Betrieb der Helikopterbasis für Einsatz- und Rettungsflüge». Beim Thema Fluglärm spricht sich der Regierungsrat dafür aus, nur noch die aktuelle Fluglärmberechnung von 80 000 Flugbewegungen zu verwenden.

Auf eine – wie bisher – zusätzliche Nennung von 95 000 Flugbewegungen sei zu verzichten. Die Lärmberechnungen für das Betriebsjahr 2015 wie auch die Hochrechnung auf 80 000 Flugbewegungen zeigen laut Regierungsrat, dass die massgebenden Immissionsgrenzwerte überall eingehalten sind.

Änderungen an der Infrastruktur sind daneben grundsätzlich übrigens keine vorgesehen. Der Flugplatz-Perimeter bleibt unverändert.

Damit die Konzession für den Flugplatz für die nächsten 30 Jahre verlängert werden kann, muss auch das Betriebsreglement angepasst – und genehmigt – werden. Neu aufgenommen werden in diesem ebenfalls die Regelungen für die Helikopterbasis der Alpine Air Ambulance. «Mit dieser Einsatzbasis wird die Abdeckung von schneller Hilfe aus der Luft im Kanton Aargau und angrenzenden Gebieten sichergestellt und optimiert», stellt der Regierungsrat fest.

Nebenbei: Ausgegangen wird in den Lärmberechnungen aktuell von 1500 Helikopter-Flugbewegungen. Während der ordentlichen Betriebszeiten des Flugplatzes werden für den Helikopter die An- und Abflugverfahren für Motorflugzeuge angewandt. Ausserhalb der ordentlichen Betriebszeiten sind gemäss Betriebsreglement An- und Abflugwege vor allem über bewaldete Gebiete zu wählen. Mit den Bestimmungen sollte gewährleistet sein, so der Regierungsrat, «dass sowohl der ordentliche Betrieb am Tag, wie auch die nächtlichen Such- und Rettungsflüge, zu möglichst wenigen Störungen in der Umgebung des Flugplatzes führen.»

Weiter aufgenommen werden im Betriebsreglement die Bestimmungen für Flugzeuge mit elektrischem Antrieb. Überdies wird, auf Wunsch der Gemeindebehörden, die Mittagspause einheitlich für alle Wochentage von 12 bis 13 Uhr vorverlegt. Der Regierungsrat erklärt sich mit dem Betriebsreglement einverstanden.

Es kam zu Verzögerungen

Zur Erinnerung: Im Betriebsreglement – das aktuelle stammt aus den Neunzigerjahren – dokumentiert werden die Organisation des Flugplatzes, die besonderen Vorschriften für die Benützung sowie die An- und Abflugverfahren. Die Überarbeitung war ein aufwendiges Verfahren. Diverse Abklärungen mussten getätigt werden, verschiedene Stellen waren involviert. Es kam zu Verzögerungen. Unter anderem mussten zusammen mit einem Ingenieurbüro neue Lärmberechnungen durchgeführt werden. Da noch kein genehmigungsfähiges Betriebsreglement vorlag, wurde die geltende Konzession des Flugplatzes vorerst nur provisorisch bis Ende 2018 verlängert.

Mit der Konzession anerkennt der Bund das Birrfeld als wichtigsten Ausbildungsplatz der Schweiz in der Leichtaviatik.

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