Brugg

Bilanz der Lichtsignalanlage nach einem Jahr ist durchzogen

Die neuen Lichtsignale erleichtern den Postautos zu den Stosszeiten das Einbiegen von der Langmatt- in die Zurzacherstrasse. Tagsüber sind sie ausser Betrieb.

Die neuen Lichtsignale erleichtern den Postautos zu den Stosszeiten das Einbiegen von der Langmatt- in die Zurzacherstrasse. Tagsüber sind sie ausser Betrieb.

Die Lichtsignale an der Langmatt- und Zurzacherstrasse bringen den Postautos nichts, vermutet ein Autofahrer. Auch die Postautofahrer vermerken eine Verschärfung der Stauproblematik seit September.

Auf den Tag genau heute vor einem Jahr ging an der Zurzacherstrasse in Brugg eine vom Verkehrsmanagement Brugg Regio vorgesehene Massnahme zur Busbevorzugung in Betrieb. Zu Verkehrsspitzenzeiten läuft seither eine Lichtsignalanlage am Knoten Zurzacher-/Langmattstrasse, um den Verkehr in Richtung Brugg zu dosieren und dem Postauto das Einbiegen in die Zurzacherstrasse zu erleichtern.

Zusätzlich wurde die vorhandene Busbucht an der Haltestelle Au mit einer Ampel ergänzt. Der Voranschlag für diese Massnahmen belief sich auf 870 000 Franken und wurde im Herbst 2016 nach intensiver Diskussion vom Einwohnerrat genehmigt.

Anschlüsse nicht gewährleistet

«Diese Lichtsignalanlagen bringen dem Bus überhaupt nichts, weil er weiter vorn im Stau stehen bleibt. Die Anschlüsse am Bahnhof Brugg sind mit dem Postauto nicht besser gewährleistet als früher», sagt Justus Mylius aus Rüfenach. Er kenne Leute, die deshalb nicht mehr mit dem Postauto pendelten.

Als freiwilliger Rotkreuz-Fahrer ist Mylius selber regelmässig – auch zu den Stosszeiten – auf dieser Strecke unterwegs und beobachtet, wie das Postauto auf der Zurzacherstrasse lange im Stau steckt. Er präsentiert eine kürzlich um 17.30 Uhr gemachte Aufzeichnung vom Navigationsgerät: «Man sieht eindeutig, dass die Pförtner-Funktion der Ampel an der Langmatt-Kreuzung nicht funktioniert. Das Postauto wird mindestens 12 Minuten Verspätung haben.»

Verschlechterung im September

Welche Erfahrungen haben die Postauto-Chauffeure mit den neuen Lichtsignalen gemacht? Helfen die wirklich, um schneller an den Bahnhof zu kommen? Martin Brändli von Postauto Nordschweiz sagt: «Auf diese Fragen gibt es zwei Antworten.» Nach der Inbetriebnahme vor einem Jahr sei der Verkehrsfluss gut gewesen.

Doch im Juni dieses Jahres sei es wieder schlechter gelaufen, so Brändli. In den Sommerferien-Monaten Juli und August habe sich die Situation vorübergehend entspannt. «Im September hat sich die Stauproblematik wieder verschärft. Wie wir im Nachhinein festgestellt haben, sind diese Verspätungen mehrheitlich durch eine Baustelle mit Lichtsignal – zuerst nicht bewilligt, dann nicht gemäss Vorgaben – auf der Zurzacherstrasse verursacht worden.» Genaue Zahlen, auch zu den verpassten Anschlüssen am Bahnhof Brugg, kann Postauto nicht liefern. Es fehlen Vergleichszahlen zu den Vorjahren.

Gibts noch eine Dosierungsanlage?

In Zusammenarbeit mit dem Kanton ist laut Brändli vorgesehen, die Situation noch genauer zu analysieren und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Die neuen Lichtsignale sind erst grob eingestellt und noch nicht an ein Fernüberwachungssystem angeschlossen. Dieses Nachrüsten in der Region Brugg ist laut Kanton erst möglich, wenn die technische Abnahme der neuen Systeme in Baden-Wettingen erfolgt ist.

Martin Brändlis Fazit zu den neuen Lichtsignalen fällt daher mit Abstrichen positiv aus: «Dank den Massnahmen kann das Postauto nun seine Position in der Kolonne halten oder sogar vorrücken. Offen sind zur Zeit die unregelmässig auftretenden Rückstaus, für die kein Muster erkennbar ist.»

Brändli verweist auf den für 2019 geplanten Ausbau der Vorsortierung auf der Zurzacherstrasse beim Casino-Knoten, was für die Postautos eine weitere Bevorzugung bringen wird. Ausserdem mache sich der Kanton derzeit über zwei neue Massnahmen Gedanken, um den Verkehrsfluss zu optimieren: eine Dosierungsanlage eingangs Lauffohr und eine Verlängerung der «Windischer-Spur» im Tunnel. Bis es soweit ist, wird der Verkehr auf der Zurzacherstrasse, wo im Durchschnitt bisher rund 18 000 Fahrzeuge pro Tag gezählt werden, möglicherweise noch weiter zunehmen.

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