Projekt

Bis zu 20 Tonnen Aargauer Reis wird geerntet – die Biodiversität profitiert

Reisernte in Brugg Lauffohr

Reisernte in Brugg Lauffohr

Der moderne Mähdrescher bei der Arbeit.

Das Projekt Wasserschlossreis in Brugg-Lauffohr stösst auf reges Interesse. Der geerntete Reis kommt voraussichtlich Ende November in den Verkauf.

Eine stattliche Gruppe Interessierter versammelt sich am Donnerstagnachmittag bei der Vogelsangbrücke in Brugg-Lauffohr, beobachtet aufmerksam den modernen, feuerroten Mähdrescher mit dem 6 Meter breiten Mähwerk, der sich mit einem Rattern in Bewegung setzt und dann fortwährend seine Runden dreht. Das Wetter spielt mit, es bleibt trocken, zwischendurch dringen sogar ein paar Sonnenstrahlen durch die graue Wolkendecke.

Toni Suter, Bereichsleiter bei der Max Schwarz AG in Villigen, beobachtet das Geschehen aufmerksam – und zufrieden –, tauscht sich mit den Beteiligten aus, packt tatkräftig mit an und beantwortet bereitwillig und geduldig die Fragen der Schaulustigen.

Gerechnet wird mit einer Ernte von gegen 20 Tonnen

Nach der erfolgreichen Ernte im vergangenen Jahr ist das Wasserschlossreis-Projekt weitergeführt, die Fläche von 1 auf gegen 5 Hektaren ausgedehnt worden. Suter rechnet mit einer Ernte von 15 bis 20 Tonnen. Bereits geerntet worden ist diese Woche in Untersiggenthal und Würenlingen.

Die Max Schwarz AG arbeitet mit drei Landwirten aus der Region zusammen: Janis Looser aus Würenlingen, Sandro Märki aus Rüfenach sowie Fredy und Pirmin Umbricht aus Untersiggenthal. Dass die Landwirte mit ins Boot geholt werden konnten, sei ein ganz wichtiger Schritt gewesen, betont Suter.

Reiskörner nicht nach Wunsch gediehen

Auf dem grössten Feld in Lauffohr ist der Reis einerseits gesät, andererseits gepflanzt worden. Der Grund: Die traditionelle Risottoreissorte «Carnaroli» braucht länger zur Reife als die Standardsorte «Loto». Deshalb wurde Erstere als Setzling gezogen, um einen Vorsprung zu erhalten. Allerdings, räumt Suter ein, dürfte der Ertrag unter den Erwartungen liegen. Denn die Reiskörner seien nicht nach Wunsch gediehen. Sowieso müssten Erfahrungen gesammelt und Erkenntnisse gewonnen werden zu den verschiedenen Standorten. Jeder sei anders, auf den einen Parzellen sei der Wasserbedarf – je nach Untergrund – um ein Mehrfaches grösser als auf den anderen.

Begleitet wird das Projekt «Nassreis­anbau» durch Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung. Ein wichtiges Ziel, das mit dem Anbau verfolgt wird, ist die Ökologie, die Förderung von seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Letztes Jahr im Nu ausverkauft

Auch in diesem Jahr, stellen die Verantwortlichen fest, wirkt sich das Nassreisfeld positiv auf die Biodiversität aus. Welche und wie viele Arten genau vorgekommen sind, wird noch ausgewertet. Im 2019 wurden verschiedene Libellen- und Laufkäfer-Arten, Wasser-, See- und Laubfrösche, diverse Vögel sowie – mehrfach – auch Ringelnattern gefunden.

Der Wasserschlossreis kommt nun in die Mühle und wird voraussichtlich Ende November in den Verkauf gelangen. Erhältlich sein wird er unter anderem bei der Max Schwarz AG. Im letzten Jahr waren die Stoffbeutel à 500 Gramm im Nu ausverkauft. Der Reisanbau macht aber nur einen Anteil von etwa zwei Prozent der bewirtschafteten Fläche des Unternehmens aus, das seit über 80 Jahren Gemüse produziert.

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