Brugg

Börnie Flück bringt die Musik von Ort zu Ort

Vielseitig talentiert: Bernhard «Börnie» Flück spielt genauso gerne Gitarre, wie er hinter dem Mischpult steht oder Vögel aus Metall fertigt.

Vielseitig talentiert: Bernhard «Börnie» Flück spielt genauso gerne Gitarre, wie er hinter dem Mischpult steht oder Vögel aus Metall fertigt.

Die Kulturszene erwacht: Mit vier Liedermachern tourt der Villnacher mit dem Zirkuswagen durch die Schweiz.

Kultur und organisieren, das liegt Bernhard Flück. Die Kombination davon ist die Leidenschaft von Börnie, wie ihn alle nennen. Seit zehn Jahren wohnt er in Villnachern, wo er im Dorfverein für die Organisation kultureller Anlässe zuständig ist. Das ist aber längst nicht alles. Der 49-Jährige ist als Musiker aktiv, steht aber genauso gerne hinter dem Mischpult oder fertigt Vögel aus Küchenbesteck oder Gartenwerkzeugen.

Aufgewachsen ist Börnie Flück im beschaulichen Etzgen im oberen Fricktal. Mit Musik kam er früh in Kontakt: Sein Vater war Organist, seine Mutter Flötenlehrerin. Das erste Instrument von Börnie Flück war dann aber nicht, wie man vermuten könnte, die Blockflöte, sondern das Klavier. Das war im Alter von acht Jahren. «Ich kam aber überhaupt nicht zurecht mit den Noten», sagt er. Und so lernte er als Autodidakt neben dem Piano auch Saxofon, Akkordeon und Gitarre zu spielen.

Die eigenen Töchter betreiben die Bar

Seit 20 Jahren lebt der zweifache Vater in der Region Brugg. Seit gut drei Jahren steht er im Brugger Kulturhaus Dampfschiff hinter dem Mischpult. Dort ist er im Stundenlohn angestellt. Daneben arbeitet Börnie Flück als Metallverarbeiter. Zum Tontechniker wurde er am Open Air Rebstock in Wil bei Etzgen. Das Rüstzeug dazu holte er sich in einem zweijährigen Abendkurs. Inzwischen ist der vielseitig Begabte für die Tontechnik bei Bands von Freunden zuständig, beispielsweise bei den Hinterwäldlern, Dampfbühler, Schellmerÿ oder dem Trionettli.

Gegründet hat Börnie Flück auch einen Liederkreis. Befreundete Musikerinnen und Musiker treffen sich regelmässig. Dann wird zu einem bestimmten Thema oder auch nur einem Wort ein Lied geschrieben. «Es kommt vor, dass wir ein Buch aufschlagen und dann einfach das 15. Wort als Vorgabe für das Lied nehmen», erklärt Börnie Flück. Einige Lieder werden nur an diesem Abend zum Besten gegeben, andere wiederum schaffen es durchaus auch auf die Bühne.

Die Bühne befindet sich ausserhalb des Wagens

Obwohl Börnie Flück die Seite gewechselt hat und häufig hinter dem Mischpult steht, so ist er der Musik dennoch treu geblieben. In diesem Herbst steht er im Rahmen von Troubadix auf Touren wieder auf der Bühne. Gemeinsam mit den Liedermachern Fat Tiger, Gabriel Kramer, Myri Mild, Irene Mazza und Sonja Wunderlin tourt er durch die Schweiz. Ursprünglich war angedacht, dass die Aufführungen im Zirkuswagen Fahrieté stattfinden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie aber wird die Bühne draussen aufgestellt unter einem Zelt. Geboten werden witzige und gesellschaftskritische Mundartlieder, die Töchter von Börnie Flück betreiben die Bar. «Ich freue mich, wieder einmal von Ort zu Ort unterwegs zu sein», sagt Börnie Flück. Ganz unbekannt ist ihm das nicht, war er doch eineinhalb Jahre mit dem Zirkus Stellina als Techniker und Helfer unterwegs.

Überhaupt ist Börnie Flück froh, dass die Kulturszene – wenn auch langsam – wieder erwacht. Die Coronakrise machte ihm zu schaffen. «Nach einiger Zeit merkte ich, wie sehr ich mein Engagement vermisse», sagt er. «Das hat mich belastet. Denn ich schätze die Zusammenarbeit mit den Musikern, habe Freude daran.» Er sei gespannt, wie sich die Situation entwickelt. «Ein Publikum mit Masken kann ich mir im Moment schwer vorstellen. Dennoch habe ich Verständnis für die getroffenen Massnahmen.»

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