Brugg
Hohes Tempo und viel Teamgeist führen zum Erfolg am Brugger Abendrennen

Zum Abschluss der 55. Saison der Brugger Abendrennen drehen insgesamt 103 Rennvelo-Begeisterte ihre Runden.

Ina Wiedenmann
Drucken
Teilen
Die Fahrerinnen und Fahrer der Kategorie B gehen an den Start.

Die Fahrerinnen und Fahrer der Kategorie B gehen an den Start.

Ina Wiedenmann

960 Meter lang ist eine Runde im Geissenschachen. Am traditionellen Brugger Abendrennen konnte sich jeder mit seinem Velo auf die vorgegebene Anzahl an Runden machen.

Als Schüler drehte man 10 Runden und trat 9,6 Kilometer in die Pedale. In der Kategorie B gingen Anfänger, Junioren, Hobbyfahrer und die Damen an den Start, um 23 Runden zu drehen und 22,08 Kilometer zurückzulegen. Und in der Kategorie A mit Elite, Amateuren und Masters waren es insgesamt 60 Runden. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 47,224 Kilometer pro Stunde bewältigte der Schnellste die Distanz von 57,6 Kilometer und brauchte dafür 1 Stunde und 13 Minuten.

Um das live mitzuerleben, versammelten sich diesen Mittwoch am warmen Sommerabend zahlreiche Zuschauer auf der Tribüne und den bereitgestellten Festbänken. Dank der Festwirtschaft des Radfahrer-Bundes Brugg konnten sich die Gäste mit Getränken und einer Wurst versorgen und so gestärkt das Rennen verfolgen.

Corona, Hochwasser und Wetter waren Tiefpunkte

OK-Präsident Stefan Rauber konnte sich auf sein 22-köpfiges Team verlassen und sich dadurch ganz auf das Rennen konzentrieren. Der Medienverantwortliche, André Keller, freute sich darauf, gemeinsam mit Dave Jansen die Runden zu kommentieren.

Die Fahrer der Kategorie A im Einsatz.
12 Bilder
Das Publikum auf der Tribüne geniesst die Atmosphäre.
André Keller (links) und Stefan Rauber freuen sich auf das Rennen.
Am Start.
Die Siegerehrung der Kategorie C2.
Die ersten Schüler sind am Start
Beste Stimmung herrscht bei besten Bedingungen.
In der Kategorie A gewinnt David Amsler (Mitte) vor Stefan Rütimann (links) und Matthias Plattner.
Die Speaker André Keller (links) und Dave Jansen.
David Amsler ist am Ziel
Kurz vor dem Start.
Das Feld rauscht an den Zuschauerinnen und Zuschauern vorbei.

Die Fahrer der Kategorie A im Einsatz.

Ina Wiedenmann

Die grösste Herausforderung für die Brugger Abendrennen in dieser Saison war laut Keller, sich immer wieder neu auf das einzustellen, was gerade passierte. «Wir haben wegen Corona ganz bescheiden am 26. Mai gestartet, ab 2. Juni waren wieder Zuschauer zugelassen und heute können wir vor viel Publikum das letzte Rennen bestreiten», sagte Keller. Zwei der insgesamt zehn geplanten Rennen mussten wegen des Hochwassers in der Region abgesagt werden. Ein Tiefpunkt war für ihn auch noch das schlechte Wetter.

Umso mehr freute er sich, dass insgesamt 103 Fahrerinnen und Fahrer aus der ganzen Nordwestschweiz, dem Tessin und aus Deutschland am letzten Rennen teilnahmen. Keller erklärte das rege Interesse:

«Radsport auf der Strasse wird immer schwieriger. Daher suchen Fahrerinnen und Fahrer Möglichkeiten wie diese.»

Und weiter: «Vor rund 30 Jahren war Radsport auch einmal rückläufig. Aber seit längerem gibt es wieder ein wirklich gutes und breites Feld», so Keller.

Ungewiss, ob er erneut an den Start gehen wird

Am Start stellten sich die Schülerinnen und Schüler auf und drehten unter den Augen des Zeitnehmers ihre Runden. Am Ende war, wie all die Rennen zuvor, der 11-jährige Thibaut Beckers vom Velo Club Lyss der Schnellste der Kategorie C1. In der Kategorie B gewann Lars Huber vor Leandro Schleuniger und Michael Kunz das Gesamtklassement.

Anschliessend gingen die 40 Elite,- Amateur,- und Master-Fahrer an den Start. Hohes Tempo bestimmte von Anfang an das Rennen. Das konnte man als Zuschauer nicht nur sehen, sondern auch hören und fühlen. Sobald das Hauptfeld jeweils die Tribüne und Festwirtschaft passierte, rauschte und windete es. Am Schluss gewann David Amsler vom Team Taurus vor seinem Teamkollegen Stefan Rütimann. Dritter wurde Matthias Plattner von Embrace the World Cycling. Nach der Siegerehrung lobte David Amsler das Publikum:

«Ihr seid die besten Fans, die es gibt.»

In Zukunft will er sich allerdings mehr um seine Familie kümmern und liess die Fans im Ungewissen, ob er im kommenden Jahr erneut an den Start gehen wird. Für André Keller vom OK-Team wird es aber auf jeden Fall eine 56. Saison der Brugger Abendrennen geben.

Warum sind Sie hier? Was bedeutet Ihnen das Brugger Abendrennen?

Monika Holzer (65), Adliswil: «Die Atmosphäre des Rennens ist einfach toll. Ich bin zusammen mit meinem Partner hier. Wir fiebern mit dem Favoriten des Abends, David Amsler, mit. Er freut sich sehr, dass wir da sind. Die ganze Familie steht hinter ihm. Die Fahrer arbeiten als Team und helfen sich gegenseitig. Das ist sehr schön. Es ist das Team Taurus.»
5 Bilder
Karl Stänz (80), Gippingen: «Ich bin dieses Jahr das erste Mal hier. 2019 war ich sechsmal als Zuschauer mit dabei. Heute fährt mein Nachbar, Jan Christen, mit und das will ich sehen. Er ist ein top Sportler, auch im Mountainbike und auf der Bahn. Er ist dreifacher Schweizer Meister. Wenn das Wetter so schön ist wie heute, ist das einfach ein guter Anlass. Besonders mag ich hier den Moscht und das ‹Chrömli›.»
Bruno Meng (74), Frick: «Das Abendrennen ist für meine Kollegen und mich Tradition. Wir kommen schon seit zehn Jahren hierher und geniessen die Wurst und das Bier. Heute ist das Wetter gut, aber es gab auch Jahre, da war es richtig kalt. Ich bin selbst seit über 50 Jahren Hobbyfahrer und kenne einige der Fahrer, die heute Abend am Rennen teilnehmen.»
Bruno Frei (59), Zürich: «Ich bin mit dem Velo von Zürich hierhergefahren, um meinen Sohn Dario, der gerade seine Runden dreht, zu sehen. Es ist ein sehr schöner Anlass und das Wetter spielt auch mit. Dario trainiert viel Velo, fährt aber auch noch Motocross. Ich trainiere selbst auch und lebe nach dem Motto: Du musst Deinen Körper plagen, sonst plagt er Dich.»
Ramona Patt (31), Wildegg: «Ich bin heute hier, weil mein Partner mitfährt. Er macht das erste Mal mit und will sehen, wie er hier abschneidet. Er trainiert für PluSport, ein Verband, der Menschen mit Behinderung fördert. Die Atmosphäre der Veranstaltung ist wirklich toll. Es ist schön, dass so viele Fahrer mitmachen und Zuschauer da sind.»

Monika Holzer (65), Adliswil: «Die Atmosphäre des Rennens ist einfach toll. Ich bin zusammen mit meinem Partner hier. Wir fiebern mit dem Favoriten des Abends, David Amsler, mit. Er freut sich sehr, dass wir da sind. Die ganze Familie steht hinter ihm. Die Fahrer arbeiten als Team und helfen sich gegenseitig. Das ist sehr schön. Es ist das Team Taurus.»

Ina Wiedenmann

Aktuelle Nachrichten