Brugg
Kirchenpflegepräsidentin zum Fall Badenhorst: «Ja, es ist ein Scherbenhaufen und es betrifft uns alle»

Die Kirchenpflege hat die Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde Brugg am Sonntag über die Pfarrnachfolgeregelung informiert. Der Abgang der Pfarrerin war das Hauptthema an der Versammlung.

Claudia Meier
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65 Stimmberechtigte haben sich am Sonntagmorgen um 11 Uhr zur Kirchgemeindeversammlung in der Stadtkirche Brugg versammelt.

65 Stimmberechtigte haben sich am Sonntagmorgen um 11 Uhr zur Kirchgemeindeversammlung in der Stadtkirche Brugg versammelt.

Claudia Meier
(8. November 2021)

Die reformierte Kirchgemeinde Brugg hat eine turbulente Zeit hinter sich. Der Weggang von Pfarrerin Bettina Badenhorst hat viele Fragen aufgeworfen. Ihre Stelle ist derzeit vakant. An der Kirchgemeindeversammlung am Sonntagmorgen in der Stadtkirche erwarteten die Mitglieder neue Informationen, um die Situation besser einordnen zu können.

Deshalb wurde auch ein Antrag, die Traktandenliste umzustellen und den Fall Badenhorst vor dem Budget zu thematisieren, von den 65 anwesenden Stimmberechtigten mit 48:10 Stimmen klar gutgeheissen. Kirchenpflegepräsidentin Trudy Walter sagte: «Nach dem Rücktritt von Bettina Badenhorst haben wir uns für eine befristete Stellvertretung entschieden, um in Ruhe eine Lösung zu finden, die wir der Kirchgemeindeversammlung im kommenden Mai präsentieren können.» In diesem Zusammenhang wird sich die Kirchenpflege im Januar zu einer Retraite treffen.

Die Kirchenpflege wird vom Dekanat unterstützt

Trudy Walter betonte, der Rücktritt von Bettina Badenhorst tue der Kirchenpflege unsäglich leid. «Ja, es ist ein Scherbenhaufen und es betrifft uns alle. Wir sind nicht stolz darauf», so die Kirchenpflegepräsidentin. Es gebe weder Gewinner noch Verlierer. Sie erinnerte an die Verwaltungspflicht der Kirchenpflege und die Pflicht zum Einschreiten bei Verstössen, etwa, wenn die Arbeitshaltung Fragen aufwirft und Konflikte im Raum stehen. Dabei habe die Kirchenpflege nie alleine gehandelt, sondern mit der Unterstützung des Dekanats Brugg. Die Kirchenpflege könne auch keine gewählte Person freistellen. Unmissverständlich hielt Trudy Walter fest:

«Wir können keine Auskunft zu den Details geben. Und das ist ein Frust. Aber wir müssen uns an den Persönlichkeitsschutz halten.»

Dekanatsleiterin Christine Straberg, Pfarrerin in der Kirchgemeinde Bözberg-Mönthal, war ebenfalls anwesend und bestätigte die Aussagen der Kirchenpflegepräsidentin und erinnerte an die Schweigepflicht. Klar sei, dass die Vorstellungen in Bezug auf die Gemeindeleitung unterschiedlich waren. Die Beziehung sei konfliktgeladen gewesen. Straberg hielt fest:

«Bei einem Konflikt werden immer Menschen verletzt.»

Sie appellierte an die Anwesenden, der Kirchenpflege die Schweigepflicht nicht zum Vorwurf zu machen. «Es ist nicht einfach, damit umzugehen.»

Die Kirchenreform 26/30 führt zu neuen Strukturen

Die reformierte Landeskirche steht vor einem Strukturwandel. Bei der Reform 26/30 gehe es um die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, sagte Trudy Walter. «In den nächsten vier Jahren soll das Kirchenschiff grösser werden.» Die erarbeiteten Änderungen werden 2026 in der Synode behandelt, so der Fahrplan, und per 2030 umgesetzt.

Verwalter Hansjörg Lüscher stellte das Budget 2022 vor, das einstimmig angenommen wurde. Kirchenpflegemitglied Martina Meinecke wurde mit 61 Stimmen für die Synode delegiert, in der sie mit Amtskollege Ruedi Füchslin die Kirchgemeinde Brugg vertreten wird.

Zudem kann die Chororgel für 50'000 Franken renoviert und erweitert werden, was Organist Gaudenz Tscharner freut

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