Brugg-Lauffohr
«Der Aargau ist eine Kubb-Hochburg»: Die Brugger krönen sich mit dem Schweizer-Meister-Titel

Erstmals hat der Kubbclub Wasserschloss die Schweizer Meisterschaft organisiert. Warum es an diesem Anlass hinter dem Schulhaus Langmatt keine Schiedsrichter braucht und was die gute Stimmung ausmacht.

Dieter Minder
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Insgesamt machen 60 Kubb-Teams mit an der Meisterschaft hinter dem Schulhaus Langmatt.

Insgesamt machen 60 Kubb-Teams mit an der Meisterschaft hinter dem Schulhaus Langmatt.

Bild: Dieter Minder

Hinter dem Schulhaus Langmatt in Brugg-Lauffohr fand am Samstag, 27. Mai, eine Premiere statt: Erstmals organisierte der Kubbclub Wasserschloss (KCW) die Schweizer Meisterschaft, es war die 23., in der Geschichte der Sportart mit skandinavischen Wurzeln. Das kommt nicht von ungefähr, denn, so Clubpräsident Jacky Suter: «Der Aargau ist eine Kubb-Hochburg.»

Das wird mit der Rangliste noch deutlicher unterstrichen. Das KCW-Team Randos (Stefan Obrist, Silvan Zünd, Jacky Suter) gewann die grosse Schweizer Meisterschaft. Auf dem Platz 2 folgte das KWC-Team Tigers Wood und auf Platz 3 das Team Öpfelbaum aus Baden.

Konzentration, Geschicklichkeit und Taktik sind gefragt beim Kubb.

Konzentration, Geschicklichkeit und Taktik sind gefragt beim Kubb.

Bild: Dieter Minder

Die kleine Schweizer Meisterschaft gewannen die Fisi Kubbers aus Fislisbach vor dem Team Schwarzbuebe 2 aus Büsserach SO und den Kolibris aus Basel. Insgesamt waren in den beiden Kategorien 60 Teams am Start.

Mehrmals pro Woche wird im Geissenschachen trainiert

Der KCW zählt rund 40 Mitglieder. «Wir sind nach Leuggern/Klingnau der zweitgrösste in der Schweiz», sagt Suter. Seit 2014 treffen sich die Mitglieder mehrmals pro Woche im Geissenschachen zum Training.

Kubb wird auf Rasen gespielt. Dazu wird ein Feld von 5 mal 8 Meter abgesteckt. Zwei Teams treten gegeneinander an. Auf dem Feld werden die 10 Kubb und der König aufgestellt. Mit den runden Wurfhölzern müssen zuerst die Kubb umgeworfen werden. Liegen alle Kubb, wird der König zum Ziel und das Team, das ihn als Erstes trifft, gewinnt den Satz. Gespielt wird jeweils auf zwei Sätze, wobei die Gesamtspielzeit auf 40 Minuten beschränkt ist.

Liegen alle Kubb, wird der König zum Ziel.

Liegen alle Kubb, wird der König zum Ziel.

Bild: Dieter Minder

Das Siegerteam erhält 1 Punkt pro Satz. Das Ergebnis wird in eine spezielle App ins Handy eingetragen und über den personalisierten Link automatisch in den Computer des Anlasses übertragen. Schiedsrichter gibt es keine, man setzt auf das gegenseitige Vertrauen.

Vertrauensvoll und locker war die Stimmung während des ganzen Wettkampfes. Dieser wurde nach dem System Schoch durchgeführt. «In der 1. Runde werden die Teams einander zugelost, ab der 2. Runde werden immer gleich starke Teams gegeneinander gesetzt», erklärt Suter.

Die letzte Runde des Wettkampfs in der Arena

Jedes Team bestritt in der Vorrunde sieben Spiele im Best-of-2 System. Die K.o.-Phase, in der die bestqualifizierten aus der Vorrunde gegeneinander antraten, wurde im Best-of ausgetragen. Der Veranstalter versprach allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: «Im besten Fall krallt ihr euch den Titel, verewigt euch auf der ältesten Kubb-Trophäe der Schweiz und werdet damit selbst zu Legenden des Schweizer Kubbsports. Im schlechtesten Fall geniesst ihr einen spassigen Sommertag mit kühlem Bier, gutem Food, chilligen Vibes und der wohl schönsten Nebensache der Welt: Kubb.»

Gemütliches Beisammensein darf auch an der Schweizer Meisterschaft nicht fehlen.

Gemütliches Beisammensein darf auch an der Schweizer Meisterschaft nicht fehlen.

Bild: Dieter Minder

Die letzte Runde, bei der es um den Meistertitel ging, fand in der Arena statt. Zuschauerinnen und Zuschauer hatten sich hinter den Abschrankungen zu halten, um die hoch konzentrierten Spieler nicht zu stören. Für den reibungslosen Ablauf an der Schweizer Meisterschaft sorgte Speaker Franz Ludwig. Er kassierte auch das Startgeld ein, in der digitalisierten Welt fast selbstverständlich per Twint. An die Zeiten der Barzahlung erinnerte nur die Kassenbox auf die der notwendige QR-Code geklebt war.

In den frühen Abendstunden endete die Schweizer Meisterschaft als ein für alle toller Anlass mit den Heimsiegen der Brugger.

Ein Dartturnier fand auch noch statt

Während im Freien der Schulanlage sich Teams konkurrenzierten, waren es im Gebäude Einzelkämpfer im Steeldart. «Es ist ein schweizerisches Ranglistenturnier der Wertung A», sagt Claudio Bislin, Vorstandsmitglied des organisierenden Dartclub Brugg.

Über 150 Männer und Frauen treten im Steeldart gegeneinander an.

Über 150 Männer und Frauen treten im Steeldart gegeneinander an.

Bild: Dieter Minder

In der Kategorie Herren, mit rund 150 Teilnehmern, gewann Thomas Junghaus vor Stefan Belmont. Bei den Damen, mit zirka 15 Teilnehmerinnen, siegte Jeanette Stoop vor Sarah Bartlome und bei den Junioren, ebenfalls mit 15 Teilnehmern, Samuel Schmutz vor Mael Bachmann.