Brugg

Brugg und Rottweil feierten 100 Jahre Städtefreundschaft

Am Festakt treten die Brugger Sänger in der Stadtkirche auf. Vor 100 Jahren begann die Städtefreundschaft ebenfalls mit Gesang – mit dem Besuch des Männerchors Frohsinn in Rottweil. mhu

Am Festakt treten die Brugger Sänger in der Stadtkirche auf. Vor 100 Jahren begann die Städtefreundschaft ebenfalls mit Gesang – mit dem Besuch des Männerchors Frohsinn in Rottweil. mhu

Am Festakt in der gut besetzten Brugger Stadtkirche waren sich gestern alle Redner einig: Die Städtefreundschaft Brugg-Rottweil muss sorgfältig gepflegt werden.

Etwas Wunderbares werde gefeiert, «eine Freundschaft, die schon 100 Jahre andauert», sagte der Brugger Stadtammann Daniel Moser gestern Vormittag. Zum Festakt «100 Jahre Städtefreundschaft Brugg-Rottweil» versammelten sich illustre Gäste aus der Schweiz und aus Deutschland in der Stadtkirche.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Chöre Brugg und Rottweil sowie die Stadtmusik Brugg und die Stadtkapelle Rottweil. Als Organisator führte alt Stadtammann Rolf Alder mit feinem Witz durch den Anlass.

Moser zeigte sich überzeugt, dass bei dieser «Fernbeziehung» die Anzahl Freundschaftsjahre zunehmen werde.

Er sprach von einer echten, gelebten, uneigennützigen Solidarität. «Freundschaft kann man nicht verordnen, Freundschaft muss man leben. Ich freue mich auf die nächsten 100 Jahre.»

Dieser Aussage stimmte Ralf Bross, Oberbürgermeister in Rottweil, zu. «Freundschaft und Verbundenheit fallen nicht einfach so vom Himmel.»

Der Oberbürgermeister erinnerte an die Zeiten, als die Rottweiler und die Eidgenossen gemeinsam in die Schlacht zogen.

Und an das Jahr 1913, an den Beginn der Städtefreundschaft mit dem Besuch des Männerchors Frohsinn aus Brugg in der alten Reichsstadt Rottweil am Neckar – mit einem gemeinsamen Konzert der Sänger beider Städte als Höhepunkt.

Die grenzüberschreitende Städtefreundschaft habe alle Krisenzeiten überdauert, so Bross. Er wünsche sich, dass die Freundschaft in Frieden erhalten bleibe. Mit dabei hatte er eine von der Künstlerin Regula Schulz-Birk hergestellte Fahne, auf der die Wappen von Brugg und Rottweil vereint sind.

Regierungsrat Roland Brogli wies in seinem Grusswort ebenfalls darauf hin, dass die freundschaftlichen Bande eng geblieben seien, «trotz gravierender historischer Belastungen».

Auswärtige Angelegenheiten seien eben nicht nur – wie in der Bundesverfassung festgehalten – Sache des Bundes, sondern vor allem Sache der Menschen, stellte Brogli fest.

«Dieser Festakt ist der eindrückliche Beweis.»

Bei der «beispiellosen» Städtefreundschaft handle es sich um die vermutlich längste ihrer Art, so der Regierungsrat weiter. Kurz: «Dieses Jubiläum kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.»

Der Regierungsrat überbrachte ein Geschenk, das – in Massen genossen – seit Jahrtausenden helfe, Freundschaften zu vertiefen und Frohsinn zu verbreiten: Wein. Und zwar 100 Flaschen aus dem Staatskeller. Es gelte anzustossen auf eine Freundschaft, die es wert sei, ein weiteres Jahrhundert gelebt zu werden.

Angestossen wurde in der Folge tatsächlich im Stadtgarten – just, als der Regen für kurze Zeit etwas nachliess. An Stadtammann Daniel Moser und Oberbürgermeister Ralf Bross war es dort, die Gedenktafel «100 Jahre Städtefreundschaft Brugg-Rottweil» zu enthüllen.

Eingebettet war der Festakt in das grosse, viertägige Stadtfest unter dem Motto «Best of Brugg». Heute Sonntag wird nochmals ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm geboten.

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