Stadtfest Brugg

Brugg wird zur Festhütte: Anstossen möchte man mit Stil, aber umweltschonend

In den Beizen am Stadtfest Brugg kommen sieben Sorten Mehrwegbecher zum Einsatz – die Gäste zahlen ein Depot von 2 Franken.

Die Abfallberge sollen reduziert, die wertvollen Ressourcen geschont werden. Am bevorstehenden Brugger Stadtfest kommen in den Beizen Mehrwegbecher zum Einsatz.

Mit diesem System soll ein Beitrag geleistet werden an die Umwelt, sagt Lisa Schwab vom OK. Neben dem ökologischen Aspekt nennt sie weitere Vorteile: Nicht nur Glasscherben könnten verhindert werden. Erwartet wird ebenfalls eine gewisse Ordnung, weil die Gäste wegen des Depots bestrebt sind, die Becher nach dem Gebrauch zurückzubringen.

Komplex sind die Logistik und Abrechnung

Die Besucher zahlen für einen Becher ein Depot von 2 Franken. Diesen Betrag erhalten sie beim Retournieren zurück. Der Becher darf allerdings nicht zweckentfremdet werden, sprich: beispielsweise als Aschenbecher benutzt werden, betont Lisa Schwab. Übrigens: Auch auf PET-Flaschen und Dosen wird ein Depot erhoben. Bei der Rückgabe der Flasche oder Dose und des entsprechenden Jetons, der beim Kauf abgegeben wird, werden auch hier die 2 Franken zurückerstattet.

Zum Einsatz kommen insgesamt sieben Mehrwegbecher-Sorten – für Mineralwasser und Wein genauso wie für Drinks oder Cüpli. «Es geht darum, dass die Getränke mit Stil serviert werden können, dass für den Kaffee nicht etwa ein Mineralwasserbecher verwendet werden muss», erklärt Lisa Schwab.

Die Beizenbetreiber bestellen die Mehrwegbecher im Vorfeld. Während des Stadtfests werden die Behälter nach Gebrauch an einem zentralen Standort gesammelt und von dort aus von der zuständigen Firma Cup & More für die Reinigung abgeholt. Das Unternehmen verfügt über Standorte in den Kantonen Freiburg, St. Gallen und Basel.

Die Logistik sei ein nicht ganz einfaches Unterfangen, gibt Lisa Schwab zu bedenken, weil die Becher in unterschiedlichen Beizen gekauft und abgegeben werden können. Anders gesagt: Das Depot wird nicht zwangsläufig vom gleichen Beizenbetreiber eingenommen und wieder ausbezahlt. Die Firma Cup & More muss für die Abrechnung den Überblick behalten.

Kritische Fragen, aber Argumente überzeugten

Das Mehrwegbecher-System sei zu Beginn im OK sowie bei den Beizenbetreibern da und dort auf eine gewisse Skepsis gestossen, habe zur einen oder anderen Diskussion geführt, räumt Lisa Schwab ein. Zum Aufwand und zu den Kosten seien kritische Fragen gestellt worden. Schliesslich hätten aber die starken Argumente überzeugt – nicht zuletzt dank den Informationsanlässen, die für die Beizenbetreiber durchgeführt wurden. Geschäftsführer Ernst Brunner von Cup & More stellte bei dieser Gelegenheit das System vor und demonstrierte auch gleich, wie robust die hochwertigen Becher sind.

Mit Problemen rechnet Lisa Schwab nicht am Stadtfest. Wert gelegt werde auf die Kommunikation – aufgehängt werden auch Plakate –, bis sich alles eingespielt habe. Erleichternd komme dazu, fügt sie an, dass einigen Leuten ein solches System inzwischen nicht mehr ganz fremd sei. Zum Einsatz kam es in jüngster Zeit an einigen Festivals oder Grossanlässen.

In Zofingen etwa sind am Kinderfest diesen Juli erste Erfahrungen gesammelt worden mit Mehrwegbechern. Am vorabendlichen Zapfenstreich waren für die Getränke im Offenausschank zwei Typen im Umlauf: Universalbecher sowie Weinbecher, alles in allem 20'000 Stück. «Das Ziel, weniger Abfall in den Gassen zu haben, wurde klar erreicht», zog der zuständige Stadtrat Peter Siegrist im «Zofinger Tagblatt» ein erstes positives Fazit.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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