Südwestumfahrung

Brugger Ortsbürger verkaufen Land auf der Schacheinsle an den Kanton

Umgesetzt werden die Ersatzmassnahmen für die Südwestumfahrung auf der Schacheinsle.

Umgesetzt werden die Ersatzmassnahmen für die Südwestumfahrung auf der Schacheinsle.

Auf der Schacheinsle kann ein Teil der Ersatzmassnahmen für das Projekt Südwestumfahrung umgesetzt werden. Die Brugger Ortsbürgergemeindeversammlung hat den Landverkauf an den Kanton klar gutgeheissen. Der Baustart für die Südwestumfahrung aber steht noch aus.

Der geplante Bau der Südwestumfahrung Brugg tangiert eine Naturschutzfläche. Vorgesehen sind als Kompensation deshalb ökologische Ersatzmassnahmen. Diese müssten in der Nähe umgesetzt werden, sagte Stadtammann Daniel Moser an der Ortsbürgergemeindeversammlung am Dienstag.

Einen Teil plant der Kanton Aargau auf der Schacheinsle, auf einer Landfläche von 16104 Quadratmetern der Brugger Ortsbürger. Die Parzellen erstrecken sich über die Gemeinden Brugg und Villnachern. Letztere ist mit den Ersatzmassnahmen einverstanden und wird die entsprechende Nutzung bei der laufenden Anpassung des Kulturlandplans aufnehmen. Die Stadt Brugg ihrerseits hat im Kulturlandplan diese Nutzung bereits bezeichnet.

Ortsbürger sind sich einig

Vorgesehen sind die Ersatzmassnahmen «Schacheinsle» im nördlichen Bereich, unmittelbar bei den Auen- und Amphibienlaichgebieten von nationaler Bedeutung. Stadtammann Moser sprach nicht nur von einem idealen Standort, sondern auch von einem erfreulichen Kaufangebot.

Diesen Ausführungen pflichtete Willi Wengi bei, der Präsident der Finanzkommission. Auch wenn grundsätzlich niemand gerne Land weggebe, handle es sich um eine gute Sache, hielt er fest. Überdies werde der Auftrag zur Umsetzung der Ersatzmassnahmen sowie den Unterhalt der Ortsbürgergemeinde Brugg erteilt.

Die 43 anwesenden Stimmberechtigten – von insgesamt 375 – bewilligten den Landverkauf zum Preis von 96 624 Franken diskussionslos und mit grosser Mehrheit. In etwas mehr als einer halben Stunde genehmigten sie zudem den Rechenschaftsbericht sowie die Rechnung 2016.

Baustart steht noch nicht fest

«Für Naturobjekte und ökologische Funktionen, die durch Bauvorhaben beeinträchtigt werden, besteht die Möglichkeit, vor Ort funktionalen und gleichwertigen Ersatz zu leisten», schreibt das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) in einer Medienmitteilung. Dank einer Ausgestaltung mit Grundwasserweiher, Kiesböschungen, gewässerbegleitenden Hochstaudenfluren sowie Ruderalflächen könnten Lebensräume für Amphibienarten, wie beispielsweise die Gelbbauchunke, langfristig gesichert werden.

Mit der Südwestumfahrung Brugg sollen die Zentren Brugg und Windisch vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Vorgesehen sind ein rund 1500 Meter langer Westast sowie ein rund 1000 Meter langer Südast zwischen dem Gebiet Brugg-West/Wildischachen/Aarauerstrasse und dem Autobahnzubringer Hausen. Im Bereich eines neuen Kreisels Brugg West wird der Verkehr künftig – als Hauptmassnahme – direkt zum Autobahnanschluss geführt.

Gegen das 46,5-Mio.-Franken-Projekt sind gemäss BVU Einsprachen eingegangen. Der Baubeginn stehe aus diesem Grund noch nicht fest.

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