Brugg/Windisch
Dieser 19-Jährige ist der Jungredner an der Bundesfeier im Amphitheater

Loris Angelini spricht am 1. August in Windisch vor Regula Rytz und der Bevölkerung. Der Jungredner möchte heikle Themen ansprechen. Er hat grosse politische Ambitionen.

Janine Walthert
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Loris Angelini im Windischer Amphitheater. Hier wird er am 1. August als Jungredner auftreten.

Loris Angelini im Windischer Amphitheater. Hier wird er am 1. August als Jungredner auftreten.

Bild: Alex Spichale

Wer kann schon von sich behaupten, eine Rede vor einer Nationalrätin gehalten zu haben? Sicherlich nicht viele. Doch er kann es bald: der 19-jährige Loris Angelini aus Windisch. Am 1. August hält er im Windischer Amphitheater vor vielen Leuten und Nationalrätin Regula Rytz die Festrede. Erst diesen Sommer schloss er seine Kaufmännische Lehre in der Windischer Gemeindeverwaltung ab.

Er wollte ein Teil der Gemeindeverwaltung werden

Seine Berufswahl hatte Loris Angelini schon lange vor der Lehre getroffen. Der 19-Jährige sagt:

«Für mich stand von Anfang an klar: Ich wollte eine Kaufmännische Lehre machen, ein Teil der Gemeindeverwaltung werden und mehr über ihre vielseitigen Abteilungen erfahren.»

Eine Lehre bei einer Gemeindeverwaltung öffnet laut dem Windischer einem jungen Menschen viele Türen. «Keine andere Lehre ist so abwechslungsreich, wie die auf einer Gemeinde», sagt Loris Angelini. Zudem eigne man sich in diesen drei Jahren grosses Allgemeinwissen an.

Die Politik spielt in Loris Angelinis Leben eine zentrale Rolle. Als Mitglied der Jungfreisinnigen nimmt er regelmässig an politischen Events teil oder sammelt Unterschriften. So etwa für die Renteninitiative, die am 16. Juli abläuft. «Hoffentlich haben wir bis dann die 100’000 nötigen Unterschriften zusammen», sagt Angelini.

Nebst dem Gemeindehaus trifft man Loris Angelini regelmässig auf dem Tennisplatz an. «Tennis gehört zu einer meiner grössten Leidenschaften. In der Pandemie entdeckte ich die Sportart als kreativen Ausgleich zu meinem Büroalltag», sagt der 19-Jährige.

Die Schweiz werde für ihre Eigenschaften zu wenig geehrt

Loris Angelini ist froh um den schweizerischen Nationalfeiertag.

Loris Angelini ist froh um den schweizerischen Nationalfeiertag.

Bild: Alex Spichale

Was dem Jungredner dieser grossen Bundesfeier der 1. August bedeutet? «Sehr viel», sagt Angelini. «Die Schweiz ist meine Heimat, da fühle ich mich zugehörig.» Doch seiner Meinung nach wird die Schweiz für ihre einzigartigen Eigenschaften nicht genügend geehrt. Sondern? «Von Schwarzmalern schlecht geredet», sagt Angelini und fügt an:

«Umso mehr begrüsse ich einen solchen Nationalfeiertag. Mit diesem kann die Schweiz als Nation und Gesellschaft zusammenstehen und die Zukunft gemeinsam anpacken.»

Der Organisator der Feier, Gemeindeschreiber Stefan Wagner, fragte Loris Angelini bereits für die Bundesfeier im Jahr 2020 an. Diese musste coronabedingt abgesagt werden. «Damals sagte ich ohne Zögern zu», sagt der Jungredner und ergänzt:

«Es ist eine grosse Ehre, bei der grössten Bundesfeier im Kanton mitwirken zu dürfen und die eigenen Vorstellungen und Ideen mit der gesamten Bevölkerung zu teilen.»

Von diesen hat Angelini reichlich. «Ich werde auf die Pandemie und ihre sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen zu sprechen kommen», sagt der Kaufmann. «Aber auch auf die Altersvorsorge möchte ich eingehen.» Weitere Themen will Angelini nicht preisgeben. Dafür brauche man schon an die Rede im Windischer Amphitheater zu kommen.

Die gemeinsame Bundesfeier der Brugger und Windischer Bevölkerung findet im Amphitheater in Windisch statt.

Die gemeinsame Bundesfeier der Brugger und Windischer Bevölkerung findet im Amphitheater in Windisch statt.

Bild: Severin Bigler
(1. August 2017)

Er hat hohe politische Ziele

In diesem Sommer schloss Loris Angelini mit Erfolg seine Lehre ab. Die letzte Abschlussprüfung schrieb er am 10. Juni. «Die Prüfungsphase erforderte viel Fleiss und Durchhaltevermögen», sagt der 19-Jährige und fügt an:

«Das Wichtigste ist: Die positiven Erfahrungen mitzunehmen und aus den Negativen zu lernen.»

Von den letzten drei Jahren kann er nur gutes Berichten: «Es war eine schöne und abwechslungsreiche Zeit», sagt dieser. «Alle sechs Monate durfte ich die Abteilung wechseln. Dadurch wurde mir nie langweilig.» So arbeitete Angelini mit den unterschiedlichsten Personen zusammen. Eine bleibende Erinnerung ist der Spatenstich der Südwestumfahrung im Mai 2019. An diesem war Loris Angelini mit der Abteilung Planung und Bau dabei. Er sagt:

«Ein unvergesslicher Moment, der keinesfalls selbstverständlich ist.»

Loris Angelini bleibt auf der Windischer Gemeindeverwaltung. Dort wird er im Steueramt als Sachbearbeiter tätig sein. «Diese Abteilung gefiel mir während meiner Lehre am besten», sagt er. «Zahlen faszinieren mich und das komplexe Steuerwesen liegt mir gut. Auf dem Steueramt möchte ich nun meine Fachkenntnisse erweitern und vertiefen.» Im September 2022 will Angelini ein berufsbegleitendes Studium in Wirtschaftsrecht an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) beginnen. Doch vorher wird der Windischer noch die Rekrutenschule absolvieren.

Sobald er mit dem Studium gestartet habe, werde er sich vermehrt auf seine politischen Ziele konzentrieren. Will er in den Gemeinderat? Fehlanzeige. Angelini sagt:

«Seit ich ein kleiner Junge war, ist es mein Traum, als Nationalrat zu amtieren. Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg.»

Doch nun konzentriert sich Angelini erstmals auf seine persönliche Entwicklung. Nach dem Militärdienst will er einen Auslandaufenthalt machen und neue Kulturen kennen lernen. «Mit den Jahren werden immer mehr Verpflichtungen auf mich zukommen, ein Auslandaufenthalt wird schwieriger», sagt Loris Angelini. «Deshalb ist das der passende Zeitpunkt.»

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