Beizenbummel
Caipi, Curry, Crêpes & Co. – ein Concours gastronomique durch Brugg

Essen und Trinken halten auch verregnete Körper und festfreudige Seelen zusammen. Der Beizenbummel bei «Best of Brugg» zeigt dass kein Magen Hunger leiden und keine Kehle trocken bleiben muss.

Rosmarie Mehlin
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Trinker Zone des STV Bözen
11 Bilder
Powermäuse bieten nachmittags Unihockey, abends Bar, Sound und Food
Pakistanisch-Indische Spezialitäten mitten in Brugg
In der Füürwehr-Beiz gibts Bier aus dem Hydrant
Jungle Bar der Schwellbaumschränzer
Gluschtige Rösti vom SAC Brugg in der Gelmerstube
Im Hühnerstall wird ab Freitag auch geheizt
Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen
Edles Ambiente im Club-Bar-Restaurant In-Fusion
Die Festbeiz SPumante ganz in Rot
Ein Concours gastronomique durch Brugg

Trinker Zone des STV Bözen

Alex Spichale

Donnerstag, Feierabend. Aus dem Zug und hinein ins Vergnügen. Am Bahnhof fehlt eine entsprechende Hinweistafel. Kein Problem: Bei günstiger Witterung nur immer der Nase nach. Ansonsten treiben lassen vom ureigenen Fest-Vorfreude-Feeling und – schwupp – schon ist man mitten drauf, auf der kaloriensündigsten Meile Bruggs. Allein schon diese Düfte – mhhhh – da wird man doch glatt zum Spürhund.

Oder, nein, lieber nicht. Denn ein Spürhund, der das Objekt der Begierde erschnuppert, hat damit seine Schuldigkeit getan. Reinbeissen ist für ihn streng verboten. Für uns Zweibeiner hingegen beginnt da das Problem mit der Qual der Wahl, respektive mit der Kapazität von Magen und Leber.

Insgesamt 45 Festbeizen, ein Dutzend Verpflegungsstände und elf bestehende Restaurants von A wie Aramäer bis Z wie Zuckerbäcker locken Sirenen gleich zwischen Bahnhof und Amtshaus.

In riesigen Töpfen blubbert Fleisch und Gemüse in Currysauce. Auf Grills rösten Würste, Steaks, Spiesse. Im Basislager neben der Feuerwehr-Drehleiter, die Schwindelfreie im Hui in schwindelerregende Höhen trägt, wird mit Begeisterung an Hühnerbeinen geknabbert.

Gianna Nannini röhrt

Bei den «Powermäusen» röhrt Gianna Nannini ab Konserve «un estate Italiana» (schön wärs, wäre derselbige leibhaftig zugegen), bevor sie live von der «Kleinformation Blasspass» aus Würenlingen abgelöst wird. Auch hier wird Poulet serviert, genauso wie, klar doch, im Hühnerstall vom STV. Der ist, den Tierschutz wird’s freuen, zweistöckig gebaut.

Das ist auch das «Viva» vom STV Bözen – mit Palme und Liegestühlen auf dem Oberdeck, serviert wird aber nur frisch gezapftes Bier. Ganz anders bei «In-Fusion», der noblen Beiz von zusammengewürfelten Freunden.

Aus Holz so formvollendet konstruiert, als hätte Peter Zumthor seine Finger im Spiel gehabt, werden unten 3-Stern-Filetbeefsteaks serviert und oben ein Shot, nach dessen Genuss man garantiert keine Sorgen mehr hat.

Wenn man denn, nach nur wenigen Schritten durch das Festgelände, denn überhaupt noch irgendwelche Sorgen hat. Die werden beispielsweise garantiert weggezaubert vom Schweinbraten, den die Riniker in ihrem «Alpenzeiger»-Zelt auftischen: Allein der Anblick der sich vor glühenden Kohlen drehenden Fleischmögge lässt einem das Wasser im Munde zusammen laufen.

Das passiert ebenso schon bei einem Blick in die «Gelmerstube» vom SAC Brugg, wo Damen Rösti genauso wenden, wie es bestimmt im Lehrbuch für angehende Köche steht.

Die Kehlen benetzen

Auch bei Regenwetter müssen Kehlen benetzt werden. Auch sie kommen am Stadtfest vielfältig auf ihre Rechnung: Köstliche Weine fliessen in Vielfalt, Fülle und Qualität, wie sie es im Garten Eden getan haben mögen.

Caipirinha ist nach wie vor genauso Kult wie Sex on the Beach. Letzterer wird in grossen Lettern im XXXL-Format angeboten, wobei nicht ganz klar ist, ob sich das auf den Beach oder den Sex bezieht.

Wer Lust hat auf SPumante, findet sich in einem Zelt wieder, das mit seiner intensiven, schönen Ausstattung ganz in Rot einen Hauch von Puff verströmt, umso mehr, als auch noch Gras für (heisse) Katzen die Tische schmücken.

Kurzum – am Stadtfest kommt jeder Gusto und jeder Gluscht auf seine Rechnung, wird jeder knurrende Magen zum Schweigen gebracht, jede brennende Kehle gelöscht. Auch in all jenen Beizli und Beizen, die hier und jetzt nicht erwähnt sind. Zeitungspapier ist nicht nur geduldig, es ist leider auch räumlich begrenzt.

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