Brugg

Club zeigt riesige Modelleisenbahn – und wirbt um Nachwuchs

Der Modelleisenbahn-Club zeigt eine der grössten Spur 0-Anlagen der Schweiz. Sie ist auf einer Fläche von über 500 Quadratmetern aufgebaut. Den Anlass wollte der Verein nutzen, um mehr Mitglieder anzuwerben.

Sie verbindet Kirschwil mit Hofstadt. Und die Nebenstrecke führt nach Grappino. Die Rede ist von der Spur 0-Anlage des Brugger Modelleisenbahn-Clubs (BMC). Am Wochenende war sie für die Öffentlichkeit in Betrieb. 35 × 16 Meter, zusammen sind das 560 Quadratmeter Fläche, auf der 1000 Meter Gleis liegen.


«Wir haben hier die grösste Spur 0-Anlage in der Schweiz», sagt BMC-Präsident Ulrich Rothe. Und Grösse braucht es schon deshalb, weil die Spur 0-Modelle im Massstab 1:45 gebaut sind und damit doppelt so gross wie die Loks und Waggons im populäreren H0-Format. Rothe: «Unser engster Wendekreis hat einen Radius von 2,35 Metern, das heisst im Durchmesser sind es dann 4,70 Meter.»


Neue Mitglieder angeworben
Das ist mit ein Grund, warum von den rund 100 Clubmitgliedern keiner eine eigene Anlage im Keller stehen hat. «Es soll Leute geben, die zu Hause eine noch grössere Anlage haben als wir, aber die möchten nicht so gerne an die Öffentlichkeit treten und sind auch nicht Mitglied bei uns», berichtet Rothe.


Eigentlich ist er ganz zufrieden mit dem Mitgliederstand, aber es könnten natürlich immer mehr sein und gerne auch jüngere. «Graufüchse», sagt Rothe lachend, und weist auf die umstehenden Clubmitglieder hin, die heute Dienst tun. Die Frage nach dem Altersdurchschnitt kann er nur vage beantworten: «So jenseits der 50 bestimmt.»


Die öffentlichen Vorführungen der Anlage sollen auch dazu dienen, die Jungen zu gewinnen. Wobei jung in dem Falle auch auf 30/40-Jährige zuträfe. Auf Kinder, die heute auch in den Speicher des Kornhauses, dem Vereinsdomizil, gekommen sind, übt die Anlage noch immer grosse Faszination aus.


Es braucht einiges Geschick
Doch weil bei der Spur 0, im Unterschied zu H0, mehr oder weniger alles Eigenbau ist, braucht es vergleichsweise viel technisches und handwerkliches Geschick. Daher sind wohl eher die Väter die Zielgruppe, auf die der BMC aus ist. Und für den Eigenbau ist alles vorhanden. In der vereinseigenen Werkstatt gibt es sogar einen Sandstrahler, um Waggons und Loks für die Lackierung vorzubereiten.


Die Modellbahner-Branche setzt grosse Hoffnungen in die Digitalisierung der Branche, um damit die Jugend für das Grossvater-Hobby zu gewinnen. Doch dafür ist die Brugger BMC-Anlage schon eine Nummer zu gross. Rothe: «Ein immenser technischer und finanzieller Aufwand, den wir uns kaum leisten können.»


Klaus Boebé von den Spur-0-Freunden Wiesental schaltet sich ein. Diese betreiben im deutschen Lörrach eine kleinere Anlage, die aber schon digitalisiert ist. Jetzt können die beiden 15-Jährigen, die neu im Verein sind, die Lokomotiven dort mit dem Smartphone steuern. Und die finden das cool. 

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