Familie

Damit auch die Frauen arbeiten können: Barbara Geissmann von der CVP will eine Tagesschule in Brugg

Barbara Geissmann will die arbeitenden Eltern unterstützen.

Barbara Geissmann will die arbeitenden Eltern unterstützen.

Nur, wenn die Kinder tagsüber betreut werden, können beide Elternteile arbeiten. Deshalb setzt sich die Brugger CVP-Einwohnerrätin Barbara Geissmann für die Einführung einer Tagesschule ein.

Eine öffentliche Tagesschule bietet sich an als geeignete Betreuungsform für Kinder, deren Eltern erwerbstätig sind, ist die Brugger CVP-Einwohnerrätin Barbara Geissmann überzeugt. Sie macht sich beim Stadtrat stark für eine Einführung als Ergänzung zur Regelschule.

In ihrem Postulat weist Barbara Geissmann auf das heutige Familienbild hin. Oft seien beide Elternteile erwerbstätig. Für viele Eltern sei eine Tagesschule eine grosse Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Seit 2018, fährt die CVP-Einwohnerrätin fort, sind die Gemeinden im Aargau gemäss Kinderbetreuungsgesetz verpflichtet, ein bedarfsgerechtes Angebot mit Tagesstrukturen anzubieten. In Brugg seien, wie in vielen anderen Orten, die Schule und die schulergänzende Betreuung in zwei getrennten Systemen organisiert: Auf der einen Seite bestehe der herkömmliche Morgen- und Nachmittagsunterricht, auf der anderen Seite eine ergänzende Tagesstruktur. Diese biete je nach Bedürfnis der Eltern eine Betreuung vor und nach dem Unterricht sowie über den Mittag an.

Schule, Essen und Freizeit werden verknüpft

Als Vorteile dieses bestehenden Modells bezeichnet Barbara Geissmann die hohe Flexibilität durch das modular aufgebaute Angebot. Mögliche Nachteile seien dagegen die fehlende Vernetzung zwischen Lehr- und Betreuungspersonal. Eine pädagogische Zusammenarbeit sei nicht zwingend vorhanden. Eine Ganztagesschule für normal begabte Schüler verknüpfe Schule, Essen und Freizeit in einer konstanten Gruppe. Unterricht und Lernziele seien die gleichen wie an der normalen Volksschule, die Finanzierung erfolge kombiniert gemäss Schulgesetz und gemäss Kinderbetreuungsgesetz, wobei die Eltern mitfinanzieren. Anders gesagt: «Die Besonderheit von Tagesschulen liegt darin, dass diese Unterricht und Betreuung durch pädagogische, organisatorische, personelle und räumliche Massnahmen verbinden», stellt Barbara Geissmann fest. «Tagesschulen bieten den Kindern ein hohes Mass an Konstanz und Sicherheit in der Beziehung.»

Studien hätten gezeigt, fügt die CVP-Einwohnerrätin an, dass die Sozialhilfekosten in den Gemeinden dank Tagesschulen sinken, weil mehr Mütter und Väter erwerbstätig sein können. Ebenfalls nehme das Steueraufkommen zu, weil Eltern eher höher bezahlte Stellen antreten können.

Auch die Attraktivität der Gemeinde wird erhöht

«Eine grosse Zahl von Kindern und Jugendlichen in Brugg und Umgebung ist heute tagsüber ohne Betreuung», hält Barbara Geissmann abschliessend fest. Das sei problematisch. «Das Angebot der Tagesschule könnte einen Beitrag zur Prävention leisten.»

Nicht zuletzt erhöhe eine Tagesschule die Attraktivität einer Gemeinde als Wohnsitz für junge Familien, denn: «Besonders doppelverdienende Familien mit höherem Einkommen achten bei der Wohnsitzsuche auf das Angebot an Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder.»

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