Brugg

Daniel Moser hat den Stadtschlüssel an den Nagel gehängt

Stadtrat Reto Wettstein hat Stadtammann Daniel Moser und Frau Vizeammann Andrea Metzler im Salzhaus würdig verabschiedet. Zur Überraschung gab es ein musikalisches Schlussbouquet.

Festliche Stimmung am Dienstagabend im Salzhaus Brugg: Eine lange Leine mit farbigen Wimpeln ist kreuz und quer durch den geschichtsträchtigen Saal gespannt. Darauf haben Verwaltungsangestellte und Ratskollegen Sprüche für den scheidenden Stadtammann Daniel Moser geschrieben. So heisst es etwa «Glück ist kein Ziel. Glück ist eine Art zu leben. Sei heute glücklich – ohne jeden Grund» oder «Verabschieden bedeutet auch, sich auf die nächste Begegnung zu freuen».

Auf der Bühne spielt die speziell für diesen Anlass zusammengewürfelte Jazz-Band, die Moser spontan das Final-Countdown-Quartett nannte, bis sie im Verlauf des Abends noch prominente Unterstützung bekommt. Im hinteren Teil des Saals unterhalten sich rund 100 Gäste beim Apéro.

Da mit Stadtammann Daniel Moser (FDP) und Frau Vizeammann Andrea Metzler (SP) die amtsältesten Mitglieder in den Ruhestand treten, fiel dem vor vier Jahren bestgewählten und auch jüngsten Stadtrat Reto Wettstein (FDP) die Ehre zu, die Spitze des Brugger Stadtrats zu verabschieden.

Pfeffer und Salz als Symbole

Wettstein würdigte Metzler als stets engagierte und humorvolle Ratskollegin. Bei Sachgeschäften sei sie zwar oft anderer Meinung gewesen als er, räumte er ein. Dennoch habe ihn ihre Abwahl völlig überrascht. Weil Metzler oft für Pep sorgte, schenkte er ihr als Symbol dafür eine schöne grosse Pfeffermühle.

Bei Stadtammann Daniel Moser handle es sich hingegen um einen Abgang mit Ansage, fuhr Reto Wettstein fort. Er dankte ihm für die acht Jahre als Stadtammann und gratulierte ihm zu seinen Leistungen. Als Beispiele nannte Wettstein zuerst die urnenreife Fusionsabklärung mit Schinznach-Bad, die Revision der Bau- und Nutzungsordnung zusammen mit der Gemeinde Windisch, den Interessensbeitrag der Stadt Brugg für den Bau der Südwestumfahrung.

«Vor acht Jahren bist du als Langstreckenpilot vom Himmel heruntergekommen in die Niederungen der Lokalpolitik», erinnerte Reto Wettstein augenzwinkernd. Was das bedeute, habe Moser unter anderem beim ersten Jugendfest erfahren, als er vor dem «Roten Haus» eine grosse, nicht budgetierte Bühne aufstellen liess. Der ehemalige Pilot habe sich stets bemüht, aus dem schweren Dampfer Stadt Brugg ein wendiges Kleinflugzeug zu machen und die Landepiste zu verlängern.

Daniel Moser hängt den Schlüssel an den Nagel – «Den Löffel gebe ich noch nicht ab!»

Daniel Moser hängt den Schlüssel an den Nagel – «Den Löffel gebe ich noch nicht ab!»

«Dani war auch Fahnenträger», betonte der Festredner. Moser habe die Fahne für die ganze Region hochgehalten. Und er sei ein feinfühliger Politiker der leisen Töne gewesen mit Freude an den Menschen und am Städtchen. Als Symbol für das richtige Mass überreichte Wettstein dem Stadtammann eine grosse Salzmühle und witzelte: «Salz und Brot machen die Wangen rot oder noch besser Salz und Pfeffer mit Spaghetti machen Dani und Andrea wieder happy.»

Es sei sicher nicht einfach, den eigenen Ehemann mit über 11 000 Einwohnern zu teilen, sagte Wettstein an Mosers Ehefrau Anniek gerichtet und überreichte ihr als Danke für die vielen Entbehrungen ebenfalls einen Blumenstrauss.

Die letzten vier Jahre als Leiterin der Abteilung Planung und Bau hätten sich wie acht Jahre angefühlt, räumte Frau Vizeammann ein, die sich bei Wettstein für die humorvollen Worte bedankte. Es gehe ihr gut und sie wünsche auch dem Städtli Brugg alles Gute.

Den Löffel gibt er nicht ab

Sichtlich gerührt, gestand Stadtammann Daniel Moser, dass er sich geehrt fühle. «Ich bin aber auch etwas auf den Felgen», räumte er ein. Er sei vor acht Jahren vor einer schwierigen Situation gestanden. Von seinem Bruder habe er damals einen goldenen Nagel erhalten, an den er seine Kapitänsmütze hängen konnte und sich schweren Herzens von der Fliegerei verabschiedete. Einen Schritt, den er nicht bereut habe.

Jetzt hänge er auch den Stadtschlüssel an den Nagel, sagte er, nahm den grossen Schlüssel und hängte ihn vor den Gästen an den langen Goldnagel. Dann holte er einen Löffel hervor und verkündete: «Den gebe ich noch nicht ab.»

Brugger Stadtregierung verabschiedet sich musikalisch

Musikalisch: Daniel Moser, Andrea Metzler und Reto Wettstein am Klarinette und Saxofon.

Mit einem musikalischen Schlussbouquet verabschiedeten sich die Amtsträger von der Bevölkerung. Daniel Moser mit seiner Klarinette und Andrea Metzler sowie Reto Wettstein mit ihrem Saxofon spielten zusammen das Stück «On the Sunny Side of the Street» (Auf der schönen Seite der Strasse), bevor sie sich erneut unter die Gäste im Salzhaus mischten.

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