Brugg

Das Kinderheim will eine Aussenwohngruppe für Jugendliche schaffen

Eine neue Wohngruppe für acht Kinder, wie hier an der Stapferstrasse, soll diesen Juli an der Habsburgstrasse bezogen werden.

Eine neue Wohngruppe für acht Kinder, wie hier an der Stapferstrasse, soll diesen Juli an der Habsburgstrasse bezogen werden.

Noch diesen Sommer wird eine neue Wohngruppe an der Habsburgstrasse bezogen. Ein weiteres Aussenwohnheim soll Jugendlichen den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern. Eine geeignete Liegenschaft wird bis in den Westaargau gesucht.

Noch in diesem Sommer sollen zwei neue Wohngruppen eröffnet werden, wie der Gesamtleiter des Kinderheims Rolf von Moor und der Stiftungsratspräsident Hansjörg Burger an der Pressekonferenz vom Dienstag stolz verkündeten. Das Kinderheim Brugg hat im vergangenen Jahr ein Strategiepapier erarbeitet und dem Kanton verschiedene Projekte unterbreitet. Der Kanton Aargau hat den Anträgen des Kinderheims Brugg nun teilweise stattgegeben.

Wohngruppe für acht Kinder

Die eine Wohngruppe wird Platz für zusätzliche acht Kinder von 4 bis 12 Jahren bieten. Da der Entscheid des Kantons erst in diesem Frühjahr fiel, musste schon vorgängig eine passende Liegenschaft gesucht werden, um schnell reagieren zu können, sollte der Antrag gutgeheissen werden. Eine solche wurde durch die «Stiftung zur Unterstützung des Kinderheims Brugg», die aus den Spendengeldern für das Kinderheim finanziert wird, bereits vor dem definitiven Entscheid an der Habsburgstrasse 20 in Brugg erworben. Das Kinderheim wird das Haus noch in diesem Sommer zur Miete beziehen.

An Selbstständigkeit heranführen

Eine zweite Liegenschaft für die geplante Aussenwohngruppe für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren konnte bisher noch nicht gefunden werden. Das Kinderheim sucht deshalb noch immer eine Liegenschaft mit zirka 10 Zimmern. Mit der Aussenwohngruppe will das Heim ein neues Angebot schaffen, das einer Mischform zwischen betreutem Wohnen und Kinderheim entspricht. «Die Aussenwohngruppe soll es Jugendlichen ab 14 Jahren ermöglichen, sich während der Ausbildung langsam zu emanzipieren und nicht von einem auf den anderen Tag auf sich selbst gestellt zu sein, wenn die Jugendlichen mit der Mündigkeit das Kinderheim verlassen», sagt Gesamtleiter Rolf von Moos.

Ersatz für Sondertagesschule

Den Abbrucharbeiten für das Alterszentrum am Süssbachweg fällt auch ein Teil der Klassenräume der Tagessonderschule zum Opfer. Für diese muss bis in etwa anderthalb Jahren Ersatz gefunden werden. Als Ersatz und eventuelle Erweiterung der Sondertagesschule macht für Rolf von Moos auch ein Projekt im Westaargau Sinn: «Ein solches Angebot wäre für uns vorstellbar, weil sich die drei bisherigen Tagessonderschulen in Lenzburg, Klingnau und Brugg alle im Ostaargau befinden». Der Kanton hat die Pläne des Heims zur Kenntnis genommen. Wie der Gesamtleiter bestätigt, haben bereits drei Westaargauer Gemeinden Interesse bekundet. Auch die Aussenwohngruppe könne man sich in einer dieser Gemeinden vorstellen, so von Moos. Um welche Gemeinden es sich handelt, darüber wollte von Moos keine Auskunft geben.

Vom Kanton letztlich abgelehnt wurden die Forderungen bezüglich eines Ausbaus der Notfallabteilung. Gemäss Rolf von Moos ist die Auslastung der Notfallplätze im Kinderheim Brugg sehr hoch und es müssen teilweise Anfragen abgelehnt werden. Der Kanton schätzt das Angebot an Notfallplätzen aber als genügend ein.

Das Kinderheim wird 150

2016 feiert das Kinderheim Brugg sein 150-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass werden im nächsten Jahr eine Reihe von Jubiläumsveranstaltungen stattfinden. Unter anderem ein Tag der offenen Türen und ein internes Kinderfest, das der Lions Club zusammen mit dem Rotary Club für die Kinder im Heim organisiert. Bereits in Arbeit ist eine Jubiläumsschrift, welche die Geschichte des Kinderheims - auch kritisch - aufarbeiten soll. Die Vernissage der Festschrift findet am Jubiläumsfest im Mai 2016 statt.

Das Berichtsjahr 2014 war neben kleineren Anschaffungen geprägt durch die strategischen Schienenstellungen für die Zukunft. Als «Ruhe vor dem Sturm» bezeichnete Stiftungsratspräsident Hansjörg Burger deshalb das vergangene Jahr, das in diesem Jahr mit den neuen Wohngruppen etliche Baustellen aufreissen wird. Im Stiftungsrat gab es 2014 mit Thomas Wymann zudem personelle Verstärkung, um in den anstehenden Liegenschaftsfragen, anlässlich der Weiterentwicklung des Kinderheims, gut beraten zu sein.

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