Brugg

Das «Rössli» in der Brugger Altstadt ist in neuen Händen

Künftig sind noch 40 Prozent kommerzielle Nutzung im «Rössli» vorgesehen.

Künftig sind noch 40 Prozent kommerzielle Nutzung im «Rössli» vorgesehen.

Die Altstadt-Liegenschaft «Rössli» gehört neu der BruggInvest AG. Diese will den Wohnungsanteil im ehemaligen Warenhaus in den nächsten zehn Jahren erhöhen – zu Lasten der kommerziellen Nutzung.

Die Zukunft des ehemaligen Warenhauses Rössli an der Hauptstrasse 19 in der Brugger Altstadt beschäftigt die Bevölkerung seit Monaten. Die Einen träumen davon, dass hier die Stadtbibliothek Brugg einen zentraleren Standort beziehen könnte, Andere wünschen sich ein «Bed and Breakfast» mit einer gemütlichen Bar wie im «Odeon».

Ende März machte im zweiten Stock die Brockenstube dicht. Ein Jahr zuvor schloss im Erdgeschoss das Bergsport-Fachgeschäft Arcta seine Türen.

Längere Zeit stand das grosse Haus zum Verkauf. Nun sind die Würfel gefallen. «Die Liegenschaft ist an die BruggInvest AG, Eigentümerin der Nachbarliegenschaften Storchengasse 4 und 6, veräussert worden», sagt Daniel Schmid von der Visita Treuhand AG in Lenzburg, der das Mandat der bisherigen Eigentümerin betreut hat. Und weiter: «Wir sind der Ansicht, dass diese Konstellation sehr gut passt, ist der neuen Eigentümerin die Altstadt Brugg doch ziemlich wichtig.»

Zu den Gründen für den Liegenschaftskauf sagen Verwaltungsratspräsidentin Lorraine Schneider und Geschäftsführer Patrick Schneider von BruggInvest AG: «Die Brugger Altstadt interessierte uns schon immer.» Das «Rössli» als ehemaliges Hotel Restaurant Cheval Blanc und dann als Kaufhaus habe in der Brugger Altstadt immer eine Rolle gespielt.

Was hat BruggInvest AG mit dem «Rössli» vor? Mit der Liegenschaft werde nichts Dramatisches passieren, betonen Schneiders. «Die bisherigen Mieter – SAC-Boulderraum, Chinderhuus Simsala und Architekturbüro – sowie das Facility Management werden uns weiterhin erhalten bleiben.»

Umnutzungen seien erst angedacht. Über die nächsten zehn Jahre möchte BruggInvest AG den Wohnungsanteil im «Rössli» erhöhen. Momentan beträgt dieser 20 Prozent und die kommerzielle Nutzung 80 Prozent. Künftig möchte die Eigentümerin auf 60 Prozent Wohnungen und 40 Prozent kommerzielle Nutzung umstellen.

Stadt weiss offiziell nichts

Auch bei der Genossenschaft Altstadt und der Stadt Brugg war das «Rössli» ein Thema. Anfang April sagte Stadtschreiber Yvonne Brescianini: «Gegenwärtig soll unter der Führung der Genossenschaft Altstadt eine Nutzungsstudie für das ehemalige Kaufhaus Rössli erarbeitet werden.» Der Stadtrat signalisierte der Genossenschaft, einen Drittel der Kosten für die Studie, maximal 10 000 Franken, zu übernehmen. Was ist daraus geworden? Ist das Thema «Rössli» mit dem Verkauf für die Stadt Brugg erledigt?

Stadtammann Daniel Moser sagt: «Offiziell wissen wir von nichts. Wir werden mit den betroffenen Stellen Kontakt aufnehmen und schauen, wie es nun weitergeht.» Klar ist erst, dass BruggInvest AG an keinen Nutzungsstudien beteiligt war.

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