Schinznach

Das Schulhaus-Projekt muss überarbeitet werden

Wie auf dieser Visualisierung hätte sich das neue Realschulhaus in Schinznach dereinst präsentieren. Die Stimmberechtigten haben das Geschäft nun aber zurückgewiesen. zvg

Wie auf dieser Visualisierung hätte sich das neue Realschulhaus in Schinznach dereinst präsentieren. Die Stimmberechtigten haben das Geschäft nun aber zurückgewiesen. zvg

Die Primarschüler müssen weiter auf ein neues Schulhaus warten. Der Rückweisungsantrag wurde an der Gmeind klar gut geheissen. Genauso klar sind die Fusionsabsichten der Gemeinde.

Der Schulhaus- und Aula-Neubau wurde am Freitagabend an der Schinznacher Gemeindeversammlung erwartungsgemäss heftig diskutiert. Dabei zeigte sich: Nach dem Informationsabend haben sich die Meinungen kaum noch geändert, obwohl der Gemeinderat seither noch einige Anpassungen am Projekt vorgenommen hat.
Das konnte unter anderem Sandra Wiederkehr vom Kulturgrund noch immer nicht überzeugen. Wie bereits im Vorfeld monierte sie auch an der Gemeindeversammlung, dass das Projekt noch unausgereift sei und dass die geplante Rampe den Feldschenplatz vom Gebäude trenne. Weiter bemängelte sie, dass die Aula im Untergeschoss geplant ist. «Bei einem Anlass muss so das ganze Schulhaus geöffnet werden, entsprechend haben wir keine Übersicht, was darin passiert», sagte sie.

Schulbesuch im Nachbardorf

Eine weitere Votantin merkte an, dass die Entwicklung der Schülerzahlen zu unsicher sei, um dem Neubau zustimmen zu können. «Der Gemeinderat scheint mit den Zahlen sehr optimistisch umzugehen», meinte sie. Schulpflegepräsidentin Doris Leder entgegnete, dass beispielsweise für das Jahr 2019 zwei vierte Klassen in Schinznach geführt werden müssen, auch, weil die Oberflachser dann nach Schinznach-Dorf zur Schule gehen. Sie gab zu bedenken, dass ein Mittelstufenschulhaus die Möglichkeit brauche, Klassen trennen zu können. Wiederum eine andere Votantin meinte, man solle doch in der Gemeinde, aber auch in Nachbargemeinden nach freiem Raum suchen, um einem Schulhausneubau ausweichen zu können. Doris Leder dazu: «Und welche Eltern wollen dann ihre Kinder ins Nachbardorf zur Schule schicken? Es gibt bereits jetzt Diskussionen, wenn es darum geht, ob ein Kind in Oberflachs oder Schinznach-Dorf zur Schule gehen soll.»

Martina Sigg stellte Rüchweisungsrantrag

Martina Sigg schliesslich, Einwohnerin von Schinznach und FDP-Grossrätin, reichte einen Rückweisungsantrag ein. In ihrem Votum hielt sie fest, dass zurzeit noch zu viele offene Fragen im Raum sind und dass die Gemeinde in diesem Projekt zu wenig mitgenommen wurde. «Wir planen in einer unsicheren Zeit», sagte sie. Ihr Rückweisungsantrag beinhaltet zwei Aufgaben an den Gemeinderat. Einerseits soll die Behörde nach den Sommerferien die Bevölkerung und die Planer zu einem klärenden Gespräch einladen. Zudem soll der Gemeinderat an der nächsten Gemeindeversammlung aufzeigen, wie der zusätzliche Raumbedarf der Primarschule kurzfristig abgedeckt werden kann.

Sigg ergänzte: «Die Entwicklung der Schülerzahlen und der Oberstufe soll in die weitere Planung miteinbezogen werden.» Unterstützt wurde ihr Antrag nebst zahlreichen anderen auch von Grünen-Grossrat Robert Obrist. Die Stimmberechtigten – 168 von insgesamt 1561 waren anwesend – hiessen den Antrag von Sigg mit 95:61 gut. Die Zeit für einen Schulhaus-Neubau in Schinznach scheint noch nicht reif.

Fusion in weite Ferne gerückt

Genauso wenig wie eine Fusion mit Villnachern. Das gab der Gemeinderat unter Verschiedenes noch bekannt. Eine Bevölkerungsumfrage hat ergeben, dass die Villnacherer bereit wären, eine Fusion mit Schinznach zu prüfen, die Schinznacher hingegen zeigen kein Interesse. Entsprechend haben die Exekutiven der beiden Gemeinden beschlossen, eine Fusion vorläufig nicht weiter zu verfolgen. Während Schinznach also kein Interesse an einer Fusion zeigt, hat die Umfrage in Villnachern ergeben, dass allenfalls die Stadt Brugg ein geeigneter Fusionspartner wäre.

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